Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

“Leitliniengerechte Behandlung von HIV-Patienten bleibt auf der Strecke”

01.12.2015 – Axel Baumgarten - quelle PKVDie Sterberate von HIV-erkrankten Menschen sinkt, aber die Zahl der Neudiagnosen steigt. Axel Baumgarten warnt vor einem Erlahmen im Kampf gegen HIV/AIDS. Das Mitglied im Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (dagnä) will eine bessere Versorgung der HIV-Patienten durch Spezialisten durchsetzen, um teure Folgekosten eines Therapieversagens zu vermeiden.

Der Facharzt für Allgemeinmedizin und Infektiologie bewertet die Bilanz der bisherigen HIV-Präventionsarbeit als positiv. “Es gibt aber keinen Grund, sich zurückzulehnen: Die Zahl der Neudiagnosen stieg jüngst wieder an. Da spielt Migration eine Rolle, vielleicht auch der verloren gegangene Schrecken. Neue Wege der Prävention können hier helfen. Viele Ärzte fühlen sich in der Beratung zu HIV/AIDS oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten nicht kompetent. Die durch den PKV-Verband geförderte Ärzte-Fortbildung ‘Let’s talk about sex’ ist deshalb verdienstvoll,” sagt Axel Baumgarten gegenüber PKV publik.

Schließlich gebe es auch viele privatversicherte HIV-positive Patienten. Der relative Anteil der HIV-infizierten Menschen in der PKV sei höher als in der Gesamtbevölkerung. “HIV/AIDS ist also nicht nur aus Sicht der Prävention, sondern auch aus Sicht der Versorgung ein Thema für die PKV. Deshalb werden Versorgungsangebote zunehmend wichtiger”, erläutert Baumgarten.

Als grundlegendes Ziel im Versorgungsmanagement sehe er in der Vermeidung von Therapieversagen. “Für Krankenversicherer dabei nicht ganz unwichtig: Eine Versorgung aus Spezialistenhand hat positive Effekte auf die Wirtschaftlichkeit. Denn nach Therapieversagen und Resistenzentwicklung steigen die direkten Kosten an, vor allem wegen des Einsatzes komplexerer und teurerer Arzneimittel. Umfragen des PKV-Verbandes unter Ärzten zeigen, dass fast 50 Prozent der Befragten lediglich bis zu vier HIV-Patienten im Jahr behandeln. Die Erfahrung zeigt, dass eine leitliniengerechte Behandlung dabei nicht selten auf der Strecke bleibt,” betont Baumgarten. (vwh/dg)

Bild: Dr. Axel Baumgarten, Facharzt für Allgemeinmedizin und Infektiologie sowie Mitglied im Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (dagnä). (Quelle: PKV)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten