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“Kein Grund für weitere Zinssenkungen”

02.05.2016 – peter_praet_ezbDer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht derzeit keinen Anlass für weitere Zinssenkungen in der Eurozone. “Die Negativzinsen können nicht unbegrenzt weiter gesenkt werden”, sagte Peter Praet in einem Interview mit der spanischen Zeitung Expansion. Weitere Absenkungen seien nur bei einer ausgeprägten Verschlechterung des Inflationsausblicks angebracht, was derzeit aber nicht der Fall sei.

Vielmehr brauche es noch Zeit, um die Wirkung zuletzt beschlossener Maßnahmen bewerten zu können, wird Praet von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitiert. So gebe es derzeit keinen Grund, über neue Instrumente zu sprechen. Dem zuletzt sogenannten “Helikoptergeld” erteilte der EZB-Chefvolkswirt eine Absage. Dieses Instrument sei komplex, risikobehaftet und mit rechtlichen Schwierigkeiten verbunden. “Diese Option lag nie auf dem Tisch, nicht einmal informell”, betont Praet.

Gleichzeitig verteidigte er den aktuellen geldpolitischen Kurs der Zentralbank gegenüber seinen Kritikern – insbesondere aus Deutschland. So würde eine Anhebung des Zinssatzes die wirtschaftliche Erholung abwürgen, betont der Belgier. Unterstützung erhält er dabei von Bundesbank-Präsident Jens Weidman.

“Es ist Aufgabe der Notenbanken, die Menschen vor Inflation zu schützen. Eine Mindestrendite für Sparer können sie nicht versprechen”, wird er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert. Zwar könne er “die Sorgen der Sparer nachvollziehen”. “Allerdings ist gleichzeitig die Entwertung des Geldes durch die Inflation so gering, dass die reale Verzinsung von Spareinlagen über null liegt”, ergänzte Weidmann. (vwh/td)

Bild: Peter Praet, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (Quelle: EZB)

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