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Jeden Euro dort einsetzen, wo er gebraucht wird

08.09.2014 – bkk_knieps_epo_150Der Vorstand des BKK Dachverbandes, Franz Knieps, fordert von der Politik Rahmenbedingungen, die es erlauben, medizinische Innovationen schnell und sicher für die Patienten nutzbar zu machen. Auf die Frage unserer VWheute-Korrespondentin Elke Pohl am Rande der 4. Gesundheitswirtschaftskonferenz am Freitag in Berlin, wie er die wirtschaftliche Entwicklung im Gesundheitsbereich bewertet, antwortete er:

Grundsätzlich begrüßen wir eine dynamische und vielfältige Gesundheitswirtschaft, mittels derer die Versorgung der Patienten verbessert wird. Mit 5,2 Millionen Beschäftigten ist die Gesundheitswirtschaft mittlerweile ein Beschäftigungsmotor. Jeder achte Erwerbstätige in Deutschland ist im Gesundheitswesen tätig. Viele bedeutende Unternehmen der Gesundheitswirtschaft sind Trägerunternehmen von Betriebskrankenkassen. Natürlich sind wir froh, wenn es „unseren“ Unternehmen wirtschaftlich gut geht. Aber es muss auch erlaubt sein zu sagen, dass für technische bzw. medizinische aber auch für struktur- bzw. prozessbezogene Innovationen gesundheitspolitische Rahmenbedingungen sicherstellen, dass jeder Euro dort eingesetzt wird, wo er am meisten bewirkt. Uns geht es immer darum, der Bevölkerung den Zugang zu Innovationen mit echtem Zusatznutzen zu verschaffen und die Qualität der Versorgung sicherzustellen.

Wie sollten diese Rahmenbedingungen aus Ihrer Sicht aussehen?

Zur Förderung von Innovationen ist es wichtig, bestehende Hemmnisse abzubauen. Das Ziel der Koalition, die bei der Umsetzung selektivvertraglicher Lösungen bestehenden Hürden abzubauen, begrüßen wir daher sehr. Hier haben die Krankenkassen mit ihren Versorgungspartnern die Möglichkeit, neue und von den Grundsätzen des 4. Kapitels des SGB abweichende Versorgungsformen auszuprobieren und umzusetzen. So entstehen idealer Weise auf die Regelversorgung übertragbare Struktur- bzw. Prozessinnovationen. Zudem ist es wichtig, die Forschungs- und Entwicklungskultur zu fördern, indem die Finanzierungsgrundlage für die Versorgungsforschung verbessert wird. Beide Aspekte werden mit dem von der Regierung geplanten Innovationsfonds weiter unterstützt. Wir begrüßen diese Ansätze daher ausdrücklich, wobei die konkrete Ausgestaltung entscheidend für den Erfolg dieser Maßnahmen sein wird.

Darüber hinaus müssen die Rahmenbedingungen sicherstellen, dass medizinische bzw. technische Innovationen bestimmte Anforderungen erfüllen: sie müssen die Patienten zum einen schnell erreichen, ihr Nutzen- aber auch Schadenspotential müssen jedoch ausreichend geprüft werden. Im Arzneimittelbereich sind wir im Prinzip schon auf einem guten Weg. Der GKV-Spitzenverband hat zudem schon vor längerer Zeit einen Vorschlag zur Anwendung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden unterbreitet. Sofern sie einen noch ungewissen Nutzen aufweisen, sollen sie nur in Innovationszentren angewendet werden. Das Konzept ist gerade auf Hochrisikomedizinprodukte erweitert worden. Dies begrüßen wir sehr.

Und schließlich müssen die Angebote natürlich auch bezahlbar sein.

Haben Sie noch weitere Wünsche und Erwartungen  an die Politik?

Durch den gesundheitspolitischen Teil des Koalitionsvertrages zieht sich wie ein roter Faden das Thema Qualität. Will man Qualität – und hier insbesondere Ergebnisqualität – perspektivisch auch mit einer entsprechenden Vergütung verknüpfen, ist eine sektorenübergreifende Qualitätssicherung erforderlich. Sie wurde eigentlich bereits 2007 durch das Parlament beschlossen, aber praktisch nur in wenigen Feldern eingeführt. Eine neue Chance für die sektorenübergreifende Qualitätssicherung und eine Leistungserbringer bezogene Transparenz der Qualität bietet das Qualitätsinstitut, dessen Einrichtung wir sehr begrüßen. Es sind aber weitere gesetzgeberische Schritte für eine funktionierende sektorenübergreifende Qualitätssicherung erforderlich – etwa die verpflichtende Einführung von Kodier-Regeln für Diagnosen und Prozeduren im ambulanten Bereich.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondentin Elke Pohl.

Bild: Der Vorstand des BKK Dachverbandes Franz Knieps. (Quelle: epo)

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