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Hauskauf für Altersvorsorge nicht geeignet

12.10.2016 – Lukas Zetzl_FinanzberaterMichael_Hauer_Institut fuer Vorsorge und Finanzplanung“Bei der Immobilie steht als Liquidität nur die Mieteinnahme zur Verfügung”, warnen Michael Hauer vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung und der Finanzberater Lukas Zetzl. In einer detaillierten Rechnung haben sie für die Zeitschrift Value herausgearbeitet, warum fremdvermietetes Wohneigentum sich nicht für die Altersvorsorge eignet. “Die Liquidität ist der entscheidende Faktor beim Thema Altersvorsorge”, sagt Hauer in einem Interview mit VWheute.

VWheute: Raus aus der Lebensversicherung, rein in die Realwerte! Sind Häuser lohnende Alternativen für die Altersvorsorge?

Michael Hauer: Das kann man so pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich ist die Rendite bei fremdvermieteten Wohnungen höher, wenn man den Wert der Vererbung mit einbezieht. Jedoch ist das nicht immer gegeben, da weder Wert- noch Mietpreisentwicklungen über einen Zeitraum von 30 Jahren oder mehr prognostiziert werden können. Jedoch ist die Liquidität, der entscheidende Faktor beim Thema Altersvorsorge, deutlich geringer als bei der Rentenversicherung. Dies liegt daran, dass man bei der Rentenversicherung vom angesparten Kapital zehrt und dieses aufbraucht. Bei der Immobilie steht als Liquidität nur die Mieteinnahme zur Verfügung, das Kapital ist in der Immobilie gebunden – für die Erben ist dies von Vorteil.

VWheute: Aber Lebensversicherungen bringen nicht mehr den Ertrag wie in früheren Zeiten …

Lukas Zetzl: Diese Aussage ist zunächst richtig. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass staatliche Förderungen die Rendite stark erhöhen können. Für die Generation 50+ kommt bei der Basisrente sogar ein spezieller Steuerhebel hinzu, der die Rendite sehr nahe an die einer Immobilie bringen kann, dies jedoch bei fast doppelter Liquidität im Alter. Zudem ist die Höhe der Liquidität bei der Rentenversicherung garantiert und bietet Stabilität und Sicherheit.

VWheute: Worin bestehen die Risiken bei der Investition in fremdvermietete Immobilien?

Hauer: Entscheidend bei einer Immobilie ist deren Lage. Diese kann sich aufgrund diverser Umstände verschlechtern, was Wert und Mieteinnahmen der Immobilie verringert. Unabhängig von der Lage können Miet- und Kaufpreisentwicklungen grundsätzlich nicht prognostiziert werden und schwanken, was im Alter möglicherweise nicht gewünscht ist. Darüber hinaus muss mit Mietausfällen und/oder Mietunterbrechungen gerechnet werden, was bei laufenden Kosten zum Problem werden kann. Zudem muss man sich bewusst sein, dass die Instandhaltung, deren Kosten unerwartet gebündelt auftreten können, bis ins hohe Alter gewährleistet werden muss.

VWheute: Welche Risiken geht man bei einer Lebensversicherung ein?

Zetzl: Eine Rentenversicherung gewährt eine lebenslange Rente und sichert somit das finanzielle Langlebigkeitsrisiko ab. Verstirbt man früher als der Durchschnitt der Versicherten, so war die Entscheidung für eine Rentenversicherung unrentabel, obgleich i.d.R. das Restkapital aus der Rentenversicherung an den Ehepartner vererbt wird. Jedoch muss dem potenziellen Versicherungsnehmer dies klar sein – er sichert das Risiko der finanziellen Langlebigkeit ab, das Ziel der Rentabilität sollte an zweiter Stelle kommen. Die Rentenversicherung sollte so viel Liquidität bereitstellen, dass man sich die persönlichen Wünsche und Ziele erfüllen kann. Ist dies gedeckt, so kann man für weitere Geldanlagen andere Wege gehen, wie beispielsweise Wertpapiere und Immobilie.
Interview: Christoph Baltzer

Eine detaillierte Analyse lesen Sie in Value 4/2016 S. 32.

Bild: links: Lukas Zetzl / rechts: Michael_Hauer. Quelle: VALUE – das Beratermagazin

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