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Generali-Vorstand verteidigt Selbstoptimierer-Tarife

09.12.2014 – schmallenbach_round_table_kaspar_150Generali-Vorstand Christoph Schmallenbach hat im Spiegel die umstrittenen Pläne seines Konzerns verteidigt, ein Bonusprogramm für Versicherte aufzulegen, die per App ihr Verhalten kontrollieren lassen. “Wenn jeder Fünfte unserer Kunden solche Angebote einfordert, sind wir doch aufgefordert dem Rechnung zu tragen”, hatte er beim Round Table-Gespräch der Versicherungswirtschaft in Berlin unter Leitung von Chefredakteur Heinz Klaus Mertes gesagt.

“Wir zwingen niemanden, diese Angebote zu nutzen, aber wir wollen uns kundenorientiert aufstellen”, hatte er beim Gespräch in Berlin Stellung bezogen und auch Befürchtungen eine Absage erteilt, die ein Ende des Kollektivgedankes sehen. Mehr dazu in der kommenden Ausgabe des Magazins Value.

Wie das Angebot im Gesundheitsbereich exakt aussehe, könne er in zirka zwölf Monaten sagen, zitiert ihn der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. “Es wird auf jeden Fall ein Angebot sein, das auf die deutschen Verhältnisse zugeschnitten ist, zu unseren strengen Datenschutzvorschriften und zu unseren Vorstellungen von Privatsphäre passt.“

Das Vorstandsmitglied kritisierte zugleich die Kritiker des Konzerns. “Mit einer Diskussion habe ich gerechnet. Dass diese als Schwarz-Weiß-Debatte geführt wird, an der sich Politiker, Datenschützer und Schriftsteller beteiligen, noch bevor überhaupt Produktfakten auf dem Tisch liegen, hat mich dann doch überrascht. Wir sind in Deutschland offenbar weniger an den Chancen als an den Risiken der Digitalisierung interessiert.“

Schmallenbach ging zugleich gegen Google in die Offensive. “Bei uns hat Kundenvertrauen absolute Priorität vor jedem Datengewinn. Google macht das genau andersherum – und das ist ein Riesenfehler.” Angst vor Google als möglichen Wettbewerber der Zukunft habe er nicht. “Wenn ein Kunde eine Lebensversicherung abschließt, zahlt er 40 Jahre lang ein und bekommt 35 Jahre ausgezahlt. Das sind 75 Jahre Garantien. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das einer bei Google macht.”

Hinter der Generali-App steckt die Idee, fitnessorientierten Menschen, die nachweislich gesünder leben, günstigere Tarife einzuräumen. Die sogenannten Selbstoptimierer halten sich per Smart Watch, Apps und Co. über die eigene Fitness auf dem Laufenden und geben die Daten bereitwillig weiter – auch an den Versicherer.

Statt einer Blackbox kommt eine App mit Features wie Schrittzähler und Vorsorge-Terminkalender zum Zuge. Spätestens in anderthalb Jahren sollen die mit der südafrikanischen Discovery-Versicherung ausgearbeiteten Angebote auch in Deutschland zu haben sein. (wo/vwh)

Bild: Christoph Schmallenbach, Generali-Vorstand. (Quelle: ak)

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