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Generali: Greco geht sofort – Galateri übernimmt ad interim

11.02.2016 – 2016-02-10 Gabriele-Galateri-di-Genola-GeneraliNach seinem angekündigten Wechsel zur schweizerischen Zurich-Versicherung legt der bisherige Vorstandsvorsitzende des Generali-Konzerns, Mario Greco, sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder. Das gab der Verwaltungsrat der Triester Assekuranz-Gruppe nach seiner Sitzung in Rom bekannt. Sein Mandat wäre regulär am 28. April ausgelaufen. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers wird der Präsident des Aufsichtsgremiums, Gabriele Galateri Conte di Genola, als Interimschef die Führung des Konzerns übernehmen.

Damit soll in der Übergangsphase bis zur Findung eines geeigneten Nachfolge-Kandidaten Ruhe an der Spitze einkehren und die Kontinuität des von Greco eingeschlagenen Kurses gewährleistet werden, wie man verlautete. Beruhigen soll diese Mitteilung offenbar auch die Anleger an den Börsen, wo die Generali-Titel seit der Bekanntgabe von Grecos Wechsel in die Schweiz zeitweilig unter Druck geraten waren.

Dafür dürfte allein schon die Person Galateris bürgen. Der 69-jährige Manager aus einem piemontesischen Adelsgeschlecht hatte in Italiens Wirtschaft und Industrie renommierte Spitzenjobs inne. Nach einer langen Karriere innerhalb der Fiat-Gruppe stieg er 2002 zu deren Co-Vorstandschef auf, überwarf sich aber bald mit der Agnelli-Familie. Er wechselte als Chef zum Mailänder Bankhaus Mediobanca und wurde 2007 an die Spitze der italienischen Telecom berufen. Seit fünf Jahren führt der auch in der italienischen Politik bestens vernetzte und in zahlreichen Ehrenämtern engagierte Galateri, der vom Staatspräsidenten mit dem Ehrentitel “Cavaliere” ausgezeichnet wurde, den Verwaltungsrat der Generali-Gruppe.

Gleichzeitig beauftragte der Generali-Verwaltungsrat Interimschef Galateri, sich gemeinsam mit dem Konzernkomitee für Good Governance und Nominierungen, auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Mario Greco zu begeben. Die bekannte Headhunting-Agentur Egon Zehnder soll dabei flankierend zur Seite stehen. Der selbstgesteckte Zeitplan scheint ambitioniert. Am Rande der Sitzung in Rom hieß es, der Prozess könnte innerhalb von vier Wochen abgeschlossen sein. Als Zielmarke gilt die nächste planmäßige Zusammenkunft des Aufsichtsrats am 17. März, bei der die Jahresbilanz 2015 verabschiedet werden soll.

Für die Situation der italienischen Finanzwirtschaft gilt der Weggang Grecos Beobachtern als symptomatisch. Offenbar seien Italiens Banken und Versicherungen nicht in der Lage, internationale Spitzenmanager dauerhaft zu binden, befand etwa die Financial Times. In der Tat befindet sich Italiens Bankensektor in einer schweren Krise und gilt als chronisch unterfinanziert. Mehrere angeschlagene mittlere Bankhäuser wurden vor Jahresfrist von der römischen Notenbank im Einklang mit den neuen EU-Regeln zwangsweise geschlossen, was heftige politische Debatten auslöste.

Die Versicherungsbranche ist in Italien traditionell eng mit den Banken verbunden; die Probleme lassen daher auch die Assekuranz-Branche nicht unberührt. Mario Greco hatte es in seinen Jahren an der Generali-Spitze geschafft, den Konzern aus dieser brisanten Gemengelage herauszuführen. Heute gilt der Marktprimus als solide durchfinanziert und stabil. (mf)

Bild: Gabriele Galateri Conte di Genola übernimmt vorrübergehend den Chefposten des Generalikonzerns. (Quelle: Generali)

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