Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

“Gemischte Lebensversicherung ist grober Unfug”

12.08.2015 – Volker Looman _ quelle loomanDer Vermögensberater Volker Looman hält die Mixtur bei der Lebensversicherung in jungen Jahren für eine Fehlkonstruktion. “Die Rente bei Erwerbsunfähigkeit, die Versorgung von Hinterbliebenen und der Aufbau von Vermögen sind in meinen Augen nur mit Hilfe getrennter Verträge lösbar”, schreibt er ihn einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Die gemischte Lebensversicherung passe nicht in die Biographie der Privatleute zwischen dem 25. und 45. Geburtstag, glaubt der Stuttgarter Finanzanalytiker Volker Looman. Denn da starte das Berufsleben, ein Auto werde gekauft, ein Haus gebaut, es werde geheiratet und wieder geschieden. Junge Ärzte und Kaufmänner sollten in dieser Phase weniger an die Rente denken, sondern eher das Risiko vor Augen haben, durch Scheidung oder Invalidität aus der Bahn geworfen zu werden. “Die Überweisung einer Rente von 2.000 Euro bei Erwerbsunfähigkeit ist mit Hilfe einer gemischten Kapitalversicherung kaum bezahlbar. 2.000 Euro mal 12 Monate führen zu einer Jahresrente von 24.000 Euro, so dass die Hauptversicherung mindestens 100.000 Euro betragen muss, weil die Zusatzversicherung nicht höher als 24 Prozent sein darf”, erklärt Looman. Solche Policen kosten monatlich 250 Euro, eine Risikoversicherung für 60 Euro im Monat sei sinnvoller.

Bei einem Todesfall rechne sich die gemischte Anlageform ebenfalls nicht. “Wenn Angehörige über einen Zeitraum von 20 Jahren eine Monatsrente von 2.000 Euro bekommen sollen, die jedes Jahr um zwei Prozent steigt, ist bei einem Anlagezins von zwei Prozent eine Todesfallleistung von 476.000 Euro nötig.” Statt monatlich 1150 Euro für eine gemischte Kapitalpolice auszugeben, rät Looman dazu, eine Risikolebensversicherung mit fallender Todesfallsumme für 25 Euro im Monat abzuschließen.

Beim Thema Eigenheim sei die gemischte Lebensversicherung in jungen Jahren “eine Katastrophe”. Denn das Geld sei zwar da, aber es stehe nicht zur Verfügung. Es stecke im Sparbrief, der noch fällig werde, im Bausparvertrag, der noch nicht zuteilungsreif sei, und auch die Riester-Verträge stehen im Weg.

Vor noch größeren Problemen stehen Menschen, die dynamische Kapitalversicherungen abgeschlossen haben. “Das Geld ist zwar nicht weg, doch es steht nur zur Verfügung, wenn die Verträge gekündigt werden. Das ist für viele Anleger ein Offenbarungseid, der in der Regel aber nicht zu verhindern ist, weil die Eigenkapitaldecke so kurz ist”, erklärt der Finanzspezialist Looman.

Bild: Finanzanalytiker Volker Looman (Quelle: Volker Looman)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten