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Frauen fehlt das „Ich-rette-die Welt“-Gen

08.10.2014 – asgodom_150Wer erfolgreich eine Führungsposition erreichen möchte, muss nicht nur durch fachliches Know-how und Engagement überzeugen, sondern auch mit seiner Persönlichkeit. Für Management-Trainerin und Buchautorin Sabine Asgodom ist die Visibility dabei ein entscheidender Faktor – eine Eigenschaft, die Frauen häufig schwer fällt: “Das liegt vielleicht am fehlenden ‘Ich-rette-die Welt,-Gen”, erläutert sie im Interview mit VWheute.

VWheute: Frau Asgodom, Sie sprechen auf der heutigen Frauenführungskräfte-Tagung des AGV über den Erfolgsfaktor Visibility. Was kann man sich darunter vorstellen? Welche Rolle spielt Visibility in der heutigen Führungskultur?

Sabine Asgodom: Visibility heißt tatsächlich Sichtbarkeit. Wir erleben in allen Unternehmen sehr fähige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die das Potenzial zu Führungsaufgaben hätten, aber zu sehr in der Erledigung ihrer Aufgaben engagiert sind und zu wenig sichtbar werden. Das heißt für Führungskräfte, auch auf die Stillen im Unternehmen zu achten, ihre Leistung zu erkennen und eventuell die noch unterentwickelten Führungsfähigkeiten zu fördern – sei es durch Mentoring, Training oder Coaching.

Ist es für Frauen schwieriger, sich im Unternehmen sichtbar zu machen? Wenn ja, warum?

Ob es schwieriger ist, ist die Frage. Aber Tatsache ist, sie sind oft einfach weniger sichtbar als männliche Kollegen. Das liegt vielleicht am fehlenden „Ich-rette-die-Welt“-Gen, das mehr Männer zu haben scheinen. Im Ernst: Viele Männer schaffen es wesentlich leichter, auf sich aufmerksam zu machen. Während Frauen oft  total sachorientiert sind, schauen die meisten Männer mit Karriereambition auch darauf, wie sie sich selbst als Macher darstellen können. Das ist ein Talent, das Frauen oft erst entwickeln müssen.

Wie können Frauen ihre Visibility verbessern? Wie wichtig ist eine solche Verbesserung hinsichtlich der Verwirklichung von Führungsaufgaben?

Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Aber hier zumindest ein Tipp: Frauen sollten von der Problem- zur Erfolgskommunikation wechseln. Sprich: Viele Frauen arbeiten meist selbstverantwortlich und engagiert an ihrem Projekt und geben nur Rückmeldung an den Vorgesetzten, wenn ein Problem auftaucht. Sie gelten dann bei vielen Chefs als die mit den Problemen. Stattdessen die Erfolgs-Kommunikation: Regelmäßig in kleinen Happen immer wieder Erfolgsmeldungen lancieren wie in einer kurzen Mail an die Führungskräfte: „Wir haben den Auftrag“ oder „Kunde hat zugestimmt“, „Etappenziel erreicht…“

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Julia Kolhagen.

Bild: Sabine Asgodom. (Quelle: Constanze Wild)

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