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„Flottenmanager fordern innovative Möglichkeiten“

25.09.2014 – aon_sakalidis_150_aonChristos Sakalidis, Experte für Flottenversicherung bei Aon, spricht im Interview mit VALUE – Versicherungswirtschaft Special “Vom Wert der Mobilität” (Heft 3/2014) über die Vorteile internationaler Versicherungsprogramme. Auf die Frage, sind die Kunden mit den aktuellen Flottenkonzepten zufrieden, antwortet der Experte trocken mit “Nein”.

Viele alte Konzepte sind wenig flexibel. Aufmerksame Flottenmanager fordern innovative Möglichkeiten. So gibt es Modelle, bei denen die Kunden einen Teil der Risiken selbst tragen, wie das Kasko-Depot eines Autoherstellers. Hier werden die Schadenabwicklung, Rechnungsprüfung und Regresse vom Kfz-Hersteller übernommen. Die herkömmliche Kasko-Police ist abgeschafft.

Welche Vorteile hat das für den Flottenbetreiber?

Statt Kasko-Prämie gibt es eine Gebühr. Mit jedem Euro weniger Versicherungsprämie wird 19 Prozent Versicherungssteuer gespart. Und die Verwaltungsgebühr entfällt. Solche Konzepte können auch Versicherungsmakler anbieten. Dazu gehört eine Selbstbeteiligung an Kfz-Haftpflichtschäden. Das lohnt sich aber nur bei größeren Flotten, denn hier muss der Versicherer erst einmal alle Schäden regulieren, weil es ja einen Direktanspruch des Geschädigten gibt. In der Vergangenheit wurden diese Modelle vom Fiskus und der Politik immer wieder als reine Steuersparmodelle angegriffen. Hier gibt es nun erst einmal Ruhe. Selbstbehaltmodelle sind zudem meist gar keine reinen Steuersparmodelle. Unter ihrer Ägide gehen die Kunden viel sensibler mit Schäden um. Die Flotten müssen aber groß genug sein, damit sie selbstständig kalkuliert werden können – also Flotten ab 500 Fahrzeugen. Viele dieser Flotten könnten noch viel besser ausbalanciert werden.

Internationale Versicherungsprogramme liegen im Trend. Welche Vorteile haben sie für Flottenkunden?

Sie können existenziell sein, weil mit ihnen beispielsweise europaweit agierende Unternehmen erstmals über alle ihre Kfz-Flotten einheitliche Transparenz hinsichtlich des Schadengeschehens erhalten. Schwachstellen können so entdeckt und ausgemerzt werden. Zudem ist es mit der sogenannten Mastercover möglich, Deckungslücken zu schließen, die es für im Ausland versicherte Fahrzeuge immer noch gibt. So gibt es in Österreich vertragliche Sachschadendeckungen, die bei 30 Mio. Euro oder weniger liegen. Beschädigt ein dort versichertes Fahrzeug in Deutschland eine Brücke und beträgt der Schaden 40 Mio. Euro, hat der Konzern plötzlich ein Gap von zehn Mio. Euro oder mehr. Das kann an die Substanz gehen. Davor schützt eine Mastercover, die überall höhere Leistungen ermöglicht.

Sie haben eben „aufmerksame Flottenmanager“ erwähnt. Was macht denn die „unaufmerksamen“ aus?

Wir stellen bei unseren Gesprächen mit Neukunden fest, dass nur rund 15 Prozent ihre aktuelle Schadenquote kennen. Doch wer die Schadenentwicklung in seinem Unternehmen nicht kennt, der kann auch nicht rechtzeitig gegensteuern, wenn die Flotte aus dem Ruder läuft.

Können Flottenbetreiber mittels Präventionsmaßnahmen Sanierungen vermeiden?

Vollkommen vermeiden lässt sich das oft nicht. Aber mit sinnvollen Maßnahmen, wie einer schärferen Car-Policy, die etwa ein Bonus-Malus-System für die Fahrer vorsieht sowie technischen Einrichtungen, wie einer Rückfahrkamera oder einem sprachgesteuerten Telefon, kann die Sanierung abgemildert werden.

… oder der Kunde sucht sich einen neuen Versicherer. Es gibt doch einen leichten Wettbewerb?

Natürlich kann man den aktuellen Versicherer immer benchmarken. Meist lassen sich die Sanierungsgründe des Versicherers nachvollziehen. Er darf natürlich nicht übertreiben.

Die Fragen stellte Uwe Schmidt-Kasparek.

Bild: Christos Sakalidis. (Quelle: Aon)

Link: VALUE – Versicherungswirtschaft Special “Vom Wert der Mobilität” (Heft 3/2014)

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