Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

F. Wagner: Risikomanagement braucht Versicherer

24.02.2014 – WAGNER_LEIPZIG„Ein gutes Risikomanagement in der Versicherungswirtschaft muss trotz des Modellcharakters immer in der Lage sein, freie unternehmerische Entscheidungen zuzulassen“, lautet die Empfehlung von Fred Wagner, Leiter des Instituts für Versicherungslehre an der Universität Leipzig, an die Branche. Dies bedürfe zwar eines gewissen Fingerspitzengefühls, und es müsste jeweils dokumentiert werden, warum  entgegen dem bestehenden Modell entschieden wurde. „Allerdings bedeutet die Alternative, den Autopiloten zu starten, das Gegenteil von gut“.

Die Unternehmen seien zunehmend „gut und gewissenhaft“ unterwegs. Das sei vor der Deregulierung und dem Start des EU-Binnenmarkts allerdings noch anders gewesen. Bis dahin habe man mehr oder weniger in einem Naturschutzpark gelebt. Jetzt sei der Wettbewerb, vor allem bei Kraftfahrtversicherungen und im Gewerbeversicherungsbereich, stärker und die Luft dünner geworden. Hinzu komme, dass das Geschäftsmodell der Versicherer sehr komplex sei. Die Klagen vieler Versicherer über die Schwierigkeiten mit Solvency II müssten deshalb auch relativiert werden. In der freien Wirtschaft, d.h. bei Industrie- und Handelsunternehmen, gebe es eine breite Spreizung bei der Qualität des Risikomanagements. Großunternehmen und viele Mittelständler seien schon sehr gut aufgestellt. Jedoch gebe es aus Wagners Sicht noch immer eine Reihe von Gewerbebetrieben, die nach wie vor nicht erkannt hätten, dass die Betriebsunterbrechungsversicherung wichtiger sei als manche Sachpolice. „Je kleiner die Unternehmen, umso schlechter sind sie unterwegs“, lautet sein Fazit.

Wagner sagt aber auch, dass qualifiziertes Risikomanagement sich nicht nur auf den Versicherungsschutz beschränke. „Es ist vielmehr Erkenntnis, Bewertung und Handhabung zugleich, einschließlich einer Selbsttragung oder dem Transfer von Risiken. Viele Großunternehmen  brauchen nicht unbedingt Versicherungslösungen, aber die Funktionen der Versicherer, die die übergreifende Kompetenz für eine umfassende Risikoanalyse und -handhabung  besitzen und die Instrumente dafür zur Verfügung stellen können“. Weltweit tätige Versicherungsunternehmen betrieben schon heute Grundlagenforschung. „Die kompetentesten Ratgeber aus der Klimaforschung und dem Energiesektor kommen aus der Versicherungswirtschaft“, so Wagner.

Dies und mehr ist nachzulesen in der Versicherungswirtschaft Nr. 3/14. (wo)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten