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EZB bastelt an Symptomen, nicht an Ursachen

06.06.2014 – Straubhaar„Wenn Negativzinsen erhoben werden, muss das als das Ende des Kapitalismus betrachtet werden“, erklärt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Welt-Wirtschaftsinstituts HWWI zur aktuellen Entscheidung der EZB. Seit 2008 hätten die nationalen Parlamente die Wirtschaftsplitik an die Notenbanken deligiert.

„Die schwelende Krise ist keinesfalls gelöst“, sagt Thomas Straubhaar anlässlich der Vorstellung einer institutseigenen Studie (siehe MÄRKTE), die im Auftrag des Versicherungsmaklers Aon erstellt wurde: „Die Weltwirtschaft hat vielmehr die Krise vertagt.“ Ein Indiz dafür sei die Marktmanipulation, die weiteren Zinssenkungen der EZB und die Negativzinsen für Bankeinlagen bei den Zentralbanken. Dies halte die Finanzinstitute zu gleichförmig-blindem Verhalten an.

Hinsichtlich einiger Aspekte betreibe die EZB eine durchaus brauchbare Politik. Die Wechselkursentwicklung des Euros von 1,18 auf 1,36 Dollar sei akzeptabel, ebenso die Inflationsrate von fast Null. Allerdings gebe es hier mittlerweile Stimmen, die eine angepeilte Inflatonsrate eher bei als bei zwei Prozent sehen, resümiert der HWWI-Chef.

Jedoch, so Straubhaar weiter, sei dies lediglich „ein Basteln an Symptomen, nicht an Ursachen: „Seit sechs Jahren fungieren die Zentralbanken im Krisenmodus und intervenieren immer aufs Neue.“ Diskontinuität sei die Folge, es gebe keine Möglichkeit, Erfahrungsregeln auf die Zukunft zu übertragen. Gleichzeitig herrsche eine wesentlich größere Volatilität als früher. Seit Ende der New Economy fielen die Konjunkturzyklen stärker als früher aus. Ihre Periodizität sei reduziert, eine Krise jage die andere. (cpt)

Foto: HWWI-Chef Thomas Straubhaar spart nicht an Kritik an der EZB (Quelle: HWWI)

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