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EU-Vermittlungsrichtlinie: “Nur ein fauler Kompromiss”

03.07.2015 – Christopher Oster_clark.de“Entscheidende Informationen zur eigenständigen Bewertung der Beratungsleistung werden vorenthalten”, sagt Christopher Oster, Geschäftsführer des digitalen Versicherungsmaklers Clark über den vom Ministerrat, dem Europaparlament und der EU-Kommission gefundenen Kompromiss zur Vermittlungsrichtlinie. Sie greife aus Kundensicht zu kurz, echter Verbraucherschutz erfordere Provisionsoffenlegung.

Im Rahmen des Trilog-Prozesses haben sich das Europaparlament, der Ministerrat und die EU-Kommission nach mehr als zwei Jahren Verhandlungen am 30. Juni auf eine Neufassung der Versicherungsvermittlungsrichtlinie (Insurance Distribution Directive, IDD) geeinigt.

Nach Meinung von Oster gehe sie in die richtige Richtung, “aber nach langen Gesprächen zwischen Politik und Lobbyisten bleibt das Kundeninteresse erneut auf der Strecke. So lange der Verbraucher nicht eindeutig erkennen kann, wie viel Provision sein Ansprechpartner für die Vermittlung einer Versicherung erhält, kann von echter Transparenz keine Rede sein”, sagt der Geschäftsführer des digitalen Versicherungsmaklers Clark.

Er bemängelt vor allem, dass der Makler die Provisionshöhe gegenüber seinen Kunden weiterhin nicht offenlegen müsse. “Das ist paradox: Einerseits will man die Verbraucher vor provisionsgetriebener Fehlberatung schützen, andererseits werden ihnen die entscheidenden Informationen zur eigenständigen Bewertung der Beratungsleistung vorenthalten. Wer seinen Kunden nicht sagt, wie viel Geld er für die Vermittlung erhält, braucht sich über mangelndes Vertrauen nicht zu wundern”.

Eine Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht ist frühestens 2017 zu erwarten. (vwh/dg)

Bild: Christopher Oster (Quelle: Clark)

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