Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

“Es geht nicht um tradierte Pfade”

01.06.2015 – Hiendlmeier_Stefan_Farbe_300_portraitBerater unterstützen die Versicherer bei regulatorischen Anforderungen durch den Gesetzgeber oder bei alternativen Profit Tools, “um in der Niedrigzinsphase profitabel zu sein”, sagt Stefan Hiendlmeier, Partner und Leiter des Beratungssegments Versicherungen bei Horváth & Partners, im Exklusivinterview mit VWheute. Dabei sei es auch nötig “Dinge gänzlich anders zu machen und tradierte Pfade zu verlassen”.

VWheute: Wozu braucht es Berater in der Versicherungswirtschaft? Welche Kompetenzen tragen sie bei?

Stefan Hiendlmeier: Berater unterstützen die Unternehmen der Versicherungswirtschaft zum Beispiel mit Lösungen, um den stetigen Transparenzanforderungen des Gesetzgebers gerecht zu werden, bei der Suche nach alternativen Profit Pools, um in der Niedrigzinsphase profitabel zu bleiben, bei der kundenorientierten Weiterentwicklung von Prozessen und der erfolgreichen Bewältigung der digitalen Transformation. Es geht dabei heute oft nicht mehr nur darum, etwas besser zu machen als bisher, sondern Dinge gänzlich anders zu machen und tradierte Pfade zu verlassen. Dabei bringen Berater auch Beispiele und Erfahrungen aus anderen Branchen ein und helfen, vielversprechende Ideen auf die Versicherungswirtschaft zu übertragen, da sie nicht 1:1 umsetzbar wären.

VWheute: Wie werden entwickelte Strategien der Berater operativ umgesetzt?

Stefan Hiendlmeier: Für den nachhaltigen Erfolg von Beratungsprojekten kommt es sehr stark auf die praktische Umsetzung der entwickelten Strategien und Konzepte an. Das ist der Lakmustest. Eine 100 Prozent Konzeptlösung schlecht umzusetzen, bringt niemand weiter. Daher binden wir interne Erfahrungsträger gerne frühzeitig mit ein, um lieber eine pragmatische 90 Prozent Lösung zu entwickeln und diese aber breit getragen umzusetzen und Schritt für Schritt zu verbessern.

VWheute: Gibt es Vorbehalte gegen Berater − z.B. in den Vorständen oder unter den Belegschaften? Gewissermaßen ist es ja Kritik an der bisherigen Arbeit, an den bisherigen Abläufen des betroffenen Unternehmens.

Stefan Hiendlmeier: Klar erleben wir gelegentlich Vorbehalte der Belegschaften. Da wir in gemischten Teams im engen Austausch mit den Mitarbeitern unserer Kunden arbeiten, integrieren wir uns schnell. Dadurch steigt auch schnell die Akzeptanz, sollte es anfangs wirklich schwierig sein. Dazu kommt unsere innere Einstellung: Wir verstehen uns nicht als Besserwisser, sondern als “gemeinsam Bessermacher” (siehe DOSSIER).

Die Fragen stelle VWheute-Redakteur Michael Stanczyk.

Bild: Stefan Hiendlmeier, Partner und Leiter des Beratungssegments Versicherungen bei Horváth & Partners. (Quelle: Horváth & Partners)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten