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Erdland: “Riester-Rente lebt” trotz Neugeschäft-Einbruch

28.07.2016 – Alexander_Erdland_GDVRiester-Produkte in der Klassik-Variante werden bei der W&W nicht mehr angeboten, weil sie “nicht zeitgemäß” seien. Unternehmenschef Alexander Erdland verteidigt in seiner Funktion als GDV-Präsident die private Altersvorsorge: “Instrumente wie Riester sind keine Auslaufmodelle – sie sind die Zukunft! Wir müssen von den 16 Millionen Riester-Verträgen auf das Doppelte kommen.” Laut GDV-Zahlen ist das Riester-Neugeschäft um 20 Prozent eingebrochen.

Versicherer haben 2015 mit 373.000 Policen knapp 20 Prozent weniger förderfähige Riester-Produkte verkauft. Der Bestand blieb dagegen mit 10,8 Millionen Verträgen annähernd konstant, das geht  aus der GDV-Broschüre “Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen” hervor. “Richtig ist, dass sich nicht alle Erwartungen erfüllt haben, die 2002 an die Riester-Reform geknüpft wurden. Tatsächlich hat die Riester-Rente in den vergangenen Jahren an Dynamik verloren – 2015 ist die Zahl der Riester-Sparer erstmals zurückgegangen. Da gibt es nichts schönzureden”, so das Plädoyer von GDV-Präsident Alexander Erdland. Seiner Meinung nach gebe es “kein freiwilliges Vorsorgesystem, das eine annähernd große Zustimmung erfährt. Gerade in Zeiten anhaltend niedriger Zinsen zeigt sich die besondere Stärke der Riester-Rente”.

Diesbezüglich verweist er auf das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), das 1.275 Riester-Angebote miteinander verglich. “Selbst wenn man nur den aktuell unterlegten Höchstrechnungszins von 1,25 Prozent als Anlageergebnis unterstellt, erzielen Riester-Policen dank staatlicher Förderung immer noch Nettorenditen von über drei Prozent pro Jahr – wohlgemerkt bei einer Inflationsrate knapp über null Prozent”, schreibt der GDV-Präsident. Verbesserungswürdig: Die einmalig einkalkulierten Abschlusskosten müssen laut Erdland sinken, ebenso muss die Kostendarstellung für eine bessere Vergleichbarkeit vereinfacht werden. Auch Andreas Wimmer, Firmenkunden-Vorstand bei der Allianz Leben, hält die Riester-Rente für einen Erfolg. Einziges Manko: Das Zulagen-Verfahren sei für viel zu kompliziert, verrät er der Börsen-Zeitung.

Vergangene Woche gab die Wüstenrot & Württembergische bekannt, konventionelle Lebenpolicen mit Garantiezins nicht mehr anzubieten. Auch Rürup- und Riester-Produkte sind davon betroffen. “Hintergrund der Entscheidung sind die nochmals weiter gesunkenen Zinsen. Gleichzeitig sind solche Produkte mit einem hohen Solvenzkapital zu hinterlegen”, erklärte der Stuttgarter Konzern. Die Allianz, Gothaer, Generali, Ergo und die Zürich haben den Vertrieb von klassischen Rentenpolicen bereits eingestellt. (vwh/dg)

Bild: GDV-Präsident Alexander Erdland (Quelle: GDV)

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