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“Entwöhnung vom Negativzins wäre richtig”

09.03.2016 – zimmererAm Donnerstag schauen die Anleger und Investoren erneut nach Frankfurt, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsentscheidung bekannt gibt. Beobachter gehen davon aus, dass sich die Geldpolitik wohl weiter lockern wird. Offen ist nur die Frage, wie stark dies ausfallen wird. Maximilian Zimmerer, Investmentvorstand der Allianz SE, kritisiert hingegen: “Negative Zinsen als Medizin wirken inzwischen nicht mehr.”

“Die Märkte zeigen Zeichen von Abhängigkeit und statt die Dosis weiter zu erhöhen, wäre eine langsame Entwöhnung der richtige Weg”, konstatiert der Allianz-Vorstand. Insgesamt sieht der Versicherer die Niedrigzinspolitik der europäischen Notenbank kritisch, “weil sie den Sparer und seine Altersvorsorge schädigt, weil sie die Finanzmärkte destabilisiert und die Risiken kreditfinanzierter Blasen steigen”, ergänzt Zimmerer.

Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise hält eine Absenkung des Einlagenzinses auf minus 0,4 Prozent “und/oder” eine Ausweitung der Anleihenkäufe auf 75 bis 80 Mrd. Euro für wahrscheinlich. Allerdings sieht auch er eine solche Entscheidung kritisch: “In Deutschland sind nachteilige Wirkungen der Niedrigzinspolitik auf die Sparer nach meiner Auffassung nicht zu bestreiten”, sagte Heise gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitungmit Blick auf die kapitalgedeckte Altersvorsorge.

“Die Renditen von Lebensversicherungen und anderen langfristigen Sparformen sinken. Unternehmen müssen einen noch größeren Teil ihrer Gewinne für die Pensionsrücklagen verwenden, der für produktive Investitionen dann nicht zur Verfügung steht”, kritisiert der Allianz-Chefvolkswirt. Vielmehr solle das Zwei-Prozent-Ziel für die Inflation nicht mehr “mechanistisch” verfolgt werden. “Preisstabilität als eine Inflationsrate unter zwei Prozent zu definieren, wie es die EZB vor 2003 einmal gemacht hat, würde die nötige Flexibilität geben”, konstatiert Heise. (vwh/td)

Bild: Maximilian Zimmerer, Investmentvorstand der Allianz SE (Quelle: Allianz)

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