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“Eine Welt, die sich um vier Grad erwärmt, ist nicht mehr versicherbar”

01.12.2015 – Thimann_Axa“Das Versicherungswesen ist ein langfristiges Geschäft, aber die gegenwärtigen Herausforderungen benötigen zeitnahe Lösungen”, sagt Axa-Vorstandsmitglied Christian Thimann. Die entscheidenden strategischen Momente für 2016 sieht er in seiner Prognose in den Themen alternde Gesellschaften, digitaler Fortschritt und Klimawandel.

Die Entwicklung von Versicherungsgeschäft und Versicherungsunternehmen ist eng an die Entwicklungen in Wirtschaft, Finanzen und Gesellschaft gekoppelt. Alternde Gesellschaften sind eine große Herausforderung für Gesellschaft und Versicherungsunternehmen. Wie kann die Altersvorsorge betrieben werden, insbesondere ohne nennenswerte Zinsen? Wie kann Alterspflege finanziert werden? Wie kann Wohlstand von einer auf die nächste Generation übertragen werden?

Die zweite große Herausforderung und Chance ist der digitale Fortschritt. Mit mehr und mehr Daten lassen sich Risiken genauer berechnen und tarifieren. Aber auch die Risikovorbeugung wird erleichtert. Verkehrsteilnehmer können mit einem kleinen Zusatzgerät oder über ihr Smartphone ihr Risikoverhalten messen und verbessern. Man schätzt, dass bereits der Einbau das Risiko um rund zehn Prozent reduziert und die Nutzung es um weitere 10 bis 15 Prozent senkt. Dies ist eine kleine Revolution, wenn man bedenkt, dass Versicherungsgesellschaften traditionell fast ausschließlich als diejenigen wahrgenommen wurden, an denen es lag, die Konsequenzen von Risiko zu behandeln, nicht aber das Risiko selber aktiv zu reduzieren.

Der Klimawandel ist die dritte Herausforderung für die Versicherungsbranche und eine branchenspezifische Problematik zugleich. Axa musste alleine im letzten Jahr weltweilt mehr als eine Milliarde Euro an wetterbedingten Versicherungsansprüchen bedienen. Man hat bereits in den letzten Jahren gesehen, dass im Zuge des Klimawandels die Häufigkeit und Intensität von großen Klima- und Wetterschäden stark zunimmt. Eine Welt, die sich mittelfristig um zwei Grad erwärmt, wird wohl weiterhin versicherbar bleiben; eine Welt, die sich um vier Grad erwärmt, wird dies wohl nicht mehr sein. Versicherungsunternehmen unterstützen ihre Kunden bereits heute darin, besser mit dem Klimawandel umzugehen und rechtzeitige Prävention zu leisten. Als langfristige Investoren können sie auch dazu beitragen den Klimawandel zu begrenzen, indem sie in erneuerbare Energien investieren. Axa hat sich beispielsweise für 2015 selbst auferlegt 500 Mio. Euro aus Investitionen in Firmen mit starker Kohleaktivität abzuziehen und bis 2020 „grüne“ Investitionen auf drei Mrd. Euro zu verdreifachen.

Neben diesen externen Faktoren, geht es für Versicherungsunternehmen auch darum, sich neuen Regulierungsvorschriften anzupassen. Neue Aufsichtsvorschriften für den Versicherungssektor durch Solvency II, neue Ansprüche durch die G20 und neue Standards für den Verbraucherschutz sind hier nur einige Beispiele. Neue Richtlinien zum Datenschutz sind als weitere Punkte zu nennen. Versicherungsgesellschaften müssen sich verändern, anpassen und innovativer werden. Nur dann sind sie in der Lage, die Probleme der Zukunft anzugehen und in einer sich stetig verändernden Welt erfolgreich zu sein.

Bild: Christian Thimann, Group Head of Strategy, Sustainability & Public Affairs und Vorstandsmitglied der Axa-Gruppe. (Quelle: Axa)

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