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Ein Leben in der Beugehaft der Versicherungsmathematik

03.06.2015 – GatschkeDie Versicherungswirtschaft legt selbst schubweise Hand an beim Kollektiv. “Die Kreativität der Branche scheint endlos”, sagt Lars Gatschke vom Bundesverband Verbraucherzentrale. Immerhin gesteht der Versicherungsexperte der Branche zu, dass die Fragmentierung nicht ausschließlich hausgemacht ist.

Exogene Faktoren wie die Deregulierung im Jahr 1994, die Einführung von Unisextarifen sowie “neue Anreizstrukturen in der Altersvorsorge führen zu einer Zerfaserung der Versicherungsbestände.”

Der Trend der Tarifdifferenzierung nimmt laut Lars Gatschke weiter an Fahrt auf: “Scoring, Telematik und Lifelogging sind die neuen Schlagwörter, die eine gerechtere Prämienkalkulation auf Grundlage des individuellen Risikos versprechen.”

Doch malt er ein düsteres Bild: “Die neuen Entwicklungen sorgen für eine fortschreitende Entsolidarisierung.”

Er fragt in seinem Statement in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft gar, inwieweit Verbraucher durch solche Programme auf eine Art Gleichschaltung zusteuern.

“Wollen wir nur Menschen, die mit den Anforderungen der Konzerne konform gehen?” Schließlich fürchtet Gatschke gar ein Leben in der Beugehaft der Versicherungsmathematik. (vwh/ku)

Bild: Lars Gatschke Versicherungsexperte vom Bundesverband Verbraucherzentrale. (Quelle: Vzbv)

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Link: Verführung nach Plan. Die Vermessung der Versicherten und die Diskussion um eine Fragmentierung der Kollektive, in VW 5/15 (Einzelartikel zu 3,81 Euro).

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