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Ehemaliger Zurich-Chef Martin Senn begeht Selbstmord

31.05.2016 – Martin Senn _ Zurich InsuranceMartin Senn, bis im Dezember vergangenen Jahres Konzernchef der Zurich-Versicherung, hat sich vor drei Tagen das Leben genommen. Dies bestätigten am Montag unabhängig voneinander die Sprecherin der Familie wie auch der Sprecher des Zurich-Konzerns. Er wurde 59 Jahre alt und hinterlässt eine Ehefrau und zwei erwachsene Kinder. Laut der Zeitung Blick soll sich Senn in der Ferienwohnung erschossen haben.

Martin Senn war seit 2006 bei der Zurich. Er war zuerst Anlagechef, 2009 wurde er zum CEO ernannt. Am 1. Dezember letzten Jahres trat er nach mehreren Gewinnwarnungen mit sofortiger Wirkung zurück. Zuvor war die Übernahme des britischen Versicherers RSA geplatzt. Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan übernahm vorrübergehend die Leitung. Seit März ist Mario Greco neuer Zurich-Chef. Der Rücktritt traf Senn schwer. Ein Bekannter sagte laut Blick, Senn sei in letzter Zeit depressiv gewesen und habe sich kaum mehr am gesellschaftlichen Leben beteiligt.

Zuvor war zudem aus Londoner Headhunter-Kreisen verlautet, die Zurich suche einen neuen Chef. Das dürfte Senn auch zugesetzt haben, denn da war er ja noch im Amt, schreibt die NZZ. Der tiefe Fall, der in der Unternehmenswelt auf verschiedensten Ebenen aber tausendfach stattfindet, hat Senn trotz Lohnfortzahlung und gesicherten finanziellen Verhältnissen wohl im Innern getroffen, glaubt die Zeitung.

Von seiner Ausbildung her war Senn jahrzehntelang als Banker unterwegs, zuerst für den Schweizerischen Bankverein, dann ab Mitte der neunziger Jahre für die Credit Suisse. Dort wie dann bei Swiss Life und Zurich (ab 2006) setzte er als Anlagespezialist Akzente. Dass die Zurich die Finanzkrise 2008 ohne nennenswerte Blessuren überstand, war laut NZZ mit ein Verdienst Senns als Chief Investment Officer. Aufgrund dieses Leistungsausweises, vermutlich aber auch wegen seiner gewinnenden Art im zwischenmenschlichen Umgang, zeigte dann James Schiro im Jahre 2010 auf Senn als seinen möglichen Nachfolger. Schiro selber konnte sich mit feinem Leistungsausweis aus der Zurich zurückziehen.

Der Zurich-Konzern fügt in einer Presseverlautbarung an, der plötzliche Tod von Martin Senn mache fassungslos und alle seien tief erschüttert. Mit Martin Senn verlören die Zurich und ihre Mitarbeiter einen wertvollen früheren Arbeitskollegen, der für zahlreiche Menschen auch ein Freund gewesen sei. Weitere Kommentare zum möglichen Motiv für den Suizid werden aus Gründen der Pietät gegenüber der Familie nicht abgegeben.

Es ist bereits der zweite Suizid eines Zurich-Topmanagers in knapp drei Jahren. Ende August 2013 schied der damalige Finanzchef Pierre Wauthier im Alter von 53 Jahren freiwillig aus dem Leben. In einem Abschiedsbrief hatte er den damaligen Verwaltungsrat beschuldigt, übermässigen Druck ausgeübt zu haben. Verwaltungsratspräsident war damals Josef Ackermann, der nur wenige Tage danach zurücktrat. (vwh/dg)

Bild: Ehemaliger Zurich-Chef Martin Senn. Der 59-Jährige hat sich das Leben genommen. (Quelle: Zurich Insurance Group)

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