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Digitale German Angst

07.08.2015 – Schularick - Uni BonnFür den Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick ist die Big-Data-Auswertung “revolutionär”. Die damit verbundene Furcht vor Arbeitsplatzverlusten sei unbegründet, vielmehr werde dadurch Produktivität Wohlstand steigen. “Das Saysche Gesetz besagt, dass das, was produziert wird, auch konsumiert wird”, ist der Bonner Ökonom überzeugt.

“Dieses Denkmuster, dass wir durch technischen Fortschritt alle früher oder später arbeitslos werden, kommt immer wieder. Aber es stimmt einfach nicht: Denn wenn wir dank neuer Technologien mehr produzieren können, steigt das Angebot, und die Preise beginnen zu sinken. Gleichzeitig steigt dann die Nachfrage”, sagt Ökonomieprofessor Moritz Schularick der FAZ.

Er verweist auf die Fließbänder in den früheren Ford-Fabriken. Durch die Arbeitsteilung stieg die Effizienz, Autos wurden günstiger. Allerdings “brauchte man mehr Werkstätten, Reifenwechsler, Verkehrspolizisten, Straßenbauarbeiter und so weiter. Es enstehen dann auch neue Tätigkeitsfelder, von denen wir zuvor noch gar nichts geahnt haben.” Weil die menschliche Phantasie beschränkt sei, haben die Menschen vor einer möglichen vierten industriellen Revolution Angst, betont der Wirtschaftswissenschaftler von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

“Viele Fortschritte sind zudem nur schwer mit Zahlen zu erfassen: Wie bemessen wir den Produktivitätsfortschritt von Skype und die Tatsache, dass wir uns beim Telefonieren jetzt anschauen können? Die Big-Data-Auswertung ist in meinen Augen wirklich revolutionär – aber es bleibt abzuwarten, wofür sie genau genutzt wird”, meint Schularick. (vwh/dg)

Bild: Prof. Dr. Moritz Schularick (Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)

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