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“Deckungsstock gleicht Risiken aus”

13.11.2015 – Dr-Patrick-DahmenDie Axa setzt auf den Deckungsstock für Altersvorsorgeprodukte ohne klassische Garantieverzinsung. Denn dieser sei “ein sehr effektiver Mechanismus, um Risiken über die Zeit und das Kollektiv auszugleichen”, betont Axa-Vorstand Patrick Dahmen im Exklusiv-Interview mit VWheute. Garantien sind für den Kunden wichtig. Diese kosten aber Rendite, was die “Finanzierung einer Rentenlücke bei sinkenden Zinsen immer teurer” mache.

VWheute: Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen ist es zu einem Umdenken in der Altersvorsorge gekommen mit sogenannten “garantielosen” Versicherungsprodukten. Welche Garantien braucht und will der Kunde von heute denn wirklich?

Patrick Dahmen: Wir wissen, dass Garantien dem Kunden wichtig sind. Allerdings kosten Garantien auch Rendite, was zur Folge hat, dass die Finanzierung einer Rentenlücke bei sinkenden Zinsen immer teurer wird. Aus Sicht des Kunden bietet die klassische Lebensversicherung mit einem Fokus auf Zinsgarantien immer weniger eine attraktive und angemessene Balance zwischen Garantien und Ablaufleistungen. Es ist daher wichtig, sich auf die Garantien zu konzentrieren, die für den Kunden wirklich wichtig sind. Und in der derzeitigen Situation ist das: kein eingezahltes Geld verlieren. Genau damit können sich die Lebensversicherer von Banken und Fonds differenzieren.

VWheute: Sie bekennen sich ganz klar zum Deckungsstock. Warum?

Patrick Dahmen: Der Deckungsstock ist ein sehr effektiver Mechanismus, um Risiken über die Zeit und das Kollektiv auszugleichen. Insofern ist er auch für Altersvorsorgeprodukte ohne klassische Garantieverzinsung für die Darstellung einer Garantie wertvoll. Diesen Mechanismus nutzt Aaxa daher auch bei der 2014 eingeführten Relax Rente – einer Altersvorsorgelösung, die durch unterschiedliche Anlageformen Renditechancen der Kapitalmärkte nutzt und sie mit einer Garantiekomponente aus dem Deckungsstock verbindet. Mit einem klaren Bekenntnis zum konventionellen Sicherungsvermögen, damit verbunden zu einer bereits zu Vertragsbeginn garantierten Rente und einem garantierten Rentenfaktor, positionieren wir dieses Produkt in der Mitte zwischen konventionellen und rein fondsgebundenen Rentenversicherungsangeboten.

VWheute: Wie erwirtschaften Sie Rendite für Ihre Kunden?

Patrick Dahmen: Bei dem derzeitigen Zinsniveau ist die Ausfinanzierung der Versorgungslücke extrem schwierig. Im rein konventionellen Bereich müsste der Kunde für entsprechende Summen viel Geld in die Hand nehmen. Anlagen am Aktienmarkt bieten zwar bessere Chancen, bergen aber Verlustrisiken. Die Vorteile der Lebensversicherung, speziell über die Anlage im Deckungsstock, liegen insbesondere im Ausgleich über die Zeit und im Kollektiv. Diese Vorteile gilt es auch in Zukunft als Alleinstellungsmerkmal der Branche zu sichern.

Parallel müssen wir als Lebensversicherer für unsere Kunden Lösungen schaffen, die diese Vorteile verbinden mit einer bestmöglichen Beteiligung an Renditechancen des Kapitalmarktes. Nur so können unsere Angebote dazu beitragen, die Versorgungslücken unserer Kunden bei der Rente möglichst umfänglich zu schließen.
Die Relax Rente ist unsere Antwort auf diese Anforderungen und die Nachfrage nach optimalen Kombinationen zwischen Garantiekomponenten und der Chance auf Rendite. Sie bietet zum einen eine Bruttobeitragsgarantie.

Zum anderen lassen sich durch die Kombination der drei Bausteine Deckungsstock, Indexpartizipation und Fondsanlage sowie flexiblen Wahlmöglichkeiten während der Laufzeit Renditepotenziale darstellen – je nach Marktlage und Kundenwunsch können wir dies gezielt über unterschiedliche Allokation der drei Bausteine steuern. Zudem bietet die Relax Rente die Möglichkeit, bestimmte Überschüsse gegen weitere Kapitalmarktschwankungen abzusichern.

VWheute: Die Menschen bleiben heute länger aktiv und fit und wünschen sich daher auch in ihrer Rentenphase finanzielle Flexibilität. Zeichnet sich hier ein verändertes Kundenbedürfnis ab, auf dass die Versicherer reagieren müssen?

Patrick Dahmen: Die Rentenphase wird nicht nur immer länger, sie ist mittlerweile auch ein wesentlicher Lebensabschnitt mit unterschiedlichen Phasen, unterschiedlichen finanziellen Bedürfnissen und damit zunehmendem Bedarf an Flexibilität. Ein zweiter wesentlicher Punkt ist die Optimierung der Renditechancen auch in dieser Phase. Bislang fokussieren sich die meisten Angebote jedoch nach wie vor auf die Ansparphase.

Mit den Anforderungen an die Rentenphase haben wir uns in der letzten Zeit intensiv beschäftigt und werden im kommenden Jahr eine neue Lösung innerhalb der Relax Rente auf den Markt bringen, die die Chancen aus der Ansparphase auf die Rentenphase transferiert und zudem deutlich flexibler ist.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Julia Kolhagen.

Bild: Patrick Dahmen ist als Vorstand der Axa zuständig für Vorsorge.

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