Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

“Datenschutz ist auch Vertrauensschutz”

26.08.2015 – henning_plagemann_ffprUm den “Datenschutz als Persönlichkeitsschutz” zu garantieren, könne die “die Branchenkommunikation über die Cloud nur vom GDV betrieben werden, um höchste Sicherheitsstandards zu erfüllen”, sagt Henning Plagemann von Sopra Steria Consulting im Exklusivinterview mit VWheute. Denn “Datenschutz ist auch Vertrauensschutz”.

VWheute: Was bedeuten Single-Sign-On(SSO)-Systeme in der Vertriebstechnologie der Versicherer? Welche Vorteile bieten sie und wie werden die SSO-Systeme in der Praxis angenommen?

Henning Plagemann: SSO-Systeme waren für die Vermittler bisher eine Arbeitserleichterung zur Anmeldung an die Versicherungs-Extranets. Mit Easy-Login hat der Makler eine Vereinfachung durch den SSO-Dienst und Komfort durch Zusatzservices erfahren. Das GDV-Maklerportal konnte sich dagegen nicht durchsetzen. Mit der Weiterbildungsdatenbank und den geplanten neuen Services in der Trusted German Insurance Cloud (TGIC ) des GDV, letzten Endes durch die gesamte Prozessdigitalisierung auf Basis der BiPRO-Normen, wird die Authentifizierung ein wesentlicher Bestandteil der Digitalisierung. SSO-Systeme werden essentiell im Maklerbüro, da im Hintergrund eine ständige Datenkommunikation mit sämtlichen Gesellschaften stattfindet.

VWheute: Was sind die aktuellen Hauptbaustellen im GDV-Projekt “Maklerkommunikation”? Welche Rolle spielt hier der Datenschutz?

Henning Plagemann: Datenschutz als Persönlichkeitsschutz ist das höchste Gut im Umgang mit Versicherungsdaten. Aus diesem Grund kann die Branchenkommunikation über die Cloud nur vom GDV betrieben werden, um höchste Sicherheitsstandards zu erfüllen. Datenschutz ist auch Vertrauensschutz, das betrifft insbesondere die freien Vermittler, die Vertrauen gegenüber einer Verbandslösung entwickeln müssen. Die Branche war noch nie so weit wie heute: Verband, Versicherer, Softwarehersteller und Vermittler ziehen gemeinsam an einem Strang und noch dazu am selben Ende.

VWheute: Welche Empfehlung geben Sie den Versicherern für eine strategische Positionierung?

Henning Plagemann: Die TGIC ist produktiv, wird bereits von vielen Versicherungen genutzt und wird sich zum Dreh- und Angelpunkt der Branchendigitalisierung entwickeln. Das Maklerkommunikations-Projekt des GDV mit den erfolgreichen pilotartigen Implementierungen ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Große und technikaffine Maklerunternehmen werden die Versicherer kurz- bis mittelfristig über die TGIC an Services anbinden und in digitale Prozesse integrieren können. Bei den kleinen und mittleren Maklern sind die Voraussetzungen dafür noch nicht gegeben. Hier ist Easy-Login als Brückentechnologie für eine Breitenumsetzung der standardisierten digitalen Zusammenarbeit zu wählen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Julia Kolhagen.

Lesen Sie dazu mehr in der September-Ausgabe des Business- und Management-Magazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Henning Plagemann ist Principal Consultant bei Sopra Steria Consulting im Bereich Insurance (Quelle: FFPR)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten