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Tracking: Ethikrat-Chefin fürchtet Ende der Demokratie

23.10.2015 – Woopen_EthikratChristiane Woopen warnt angesichts von Self-Tracking und angekündigter Selbstoptimierer-Tarife vor einem “Effizienz- und Optimierungswahn, der von anderen Werten ablenkt.” Die Vorsitzende des deutschen Ethikrates kritisiert die Bewertung von Fitnessdaten: “Sie sind immer Mittel, nie Zweck. Sie stiften keinen Sinn.”

Woopen tritt im aktuellen Stern einem in ihren Augen technisch verarmten Menschenbild entgegen: “Oder können Sie die Liebe zu Ihrer Frau oder die Sorge um Ihre Kinder in Zahlen ausdrücken?” Sie sieht durch Versicherungstarife, die Gesundheitsdaten aus Apps mit einbeziehen ein totalitäres System im Kommen.

“Wenn wirklich das Risiko jedes Einzelnen bewertet wird, dann teilen wir Risiken nicht mehr”, sagt sie zu einem möglichen Szenario, dass alle pflichtmäßig ihre Gesundheitsdaten einpreisen. “Wir kündigen die Solidarität auf.”

Für den Fall, dass sich die Machtverhältnisse weiter zugunsten der großen Big-Data Konzerne Google, Amazon, Facebook und Co. verändern, prognostiziert Woopen die Abschaffung der Demokratie. Sie fordert entsprechend politische Aktionen wie beispielsweise die Anpassung des Versicherungsrechts. (vwh/ku)

Bild: Christiane Woopen, Vorsitzende des deutschen Ethikrates. (Quelle: Ehtikrat.org)

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