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Birgit König: „Verbindliche Frauenquote ist keine Lösung”

01.08.2014 – Dr. Birigt KönigDie Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherung-AG und erste Frau im Vorstand der Allianz Deutschland AG, Birgit König, setzt sich für eine offene Diskussion um mehr Frauen in Führungspositionen ein. Ohne darüber zu reden, würde es wahrscheinlich bis heute kaum positive Veränderungen gegeben haben, aber eine verbindliche Quote sei auch keine geeignete Lösung. „Wir haben in Deutschland zwar sehr viele weibliche Erwerbstätige, eine große Zahl davon ist allerdings in Teilzeit, und nur sehr wenige sind in Führung.“

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei es sicher keine falsche Idee, Modelle zu entwickeln, die es auch Frauen erleichtern, sich beruflich weiterentwickeln zu können. Zugleich mag es Birgit König nicht, als Vorzeigefrau der Allianz bezeichnet zu werden. „Ich mache meinen Job nicht als Frau, sondern genauso geschlechtsneutral wie meine männlichen Kollegen auch. Ich kann zwar verstehen, dass in der Industrie von Vorzeige- oder Quotenfrauen gesprochen wird, da es nach wie vor nur sehr wenige in herausgehobenen Positionen gibt. Dennoch: Ich möchte mich durch meine Arbeit differenzieren und nicht durch mein Geschlecht.“

An dem neu entwickelten PKV-Leitfaden für einen Tarifwechsel hat König aktiv mitgearbeitet. Sie hält die vorgesehenen Empfehlungen für wichtig und richtig. In der Regel wollten Versicherte in einen anderen Tarif wechseln, um ihren Beitrag zu senken. Hier setze die Beratungsleistung des Unternehmens an, um dem Kunden den Schutz bieten zu können, den dieser haben wolle. Nur einfach das billigste Angebot zu nehmen, greife zu kurz. Denn ein niedrigerer Preis führe auch zu geringeren Leistungen. „Auf das Einbettzimmer zu verzichten, ist sicher in Ordnung, nicht aber auf wesentliche medizinische Angebote.“ Der neue Leitfaden biete daher umfassende Möglichkeiten, den Kunden rundum ausführlich zu beraten und einen Versicherungsschutz zu offerieren, der den individuellen Bedarf beinhalte.

König fordert eine Weiterentwicklung der Geschäftssysteme in ihrer Branche. „Wir haben heutzutage sehr viel aufgeklärtere Verbraucher. Das Internet ist allgegenwärtig.“ Die Vorinformation durch Vergleiche sei ohne weiteres möglich. Zum Thema Imageverbesserung in der Versicherungswirtschaft, speziell für die private Krankenversicherung, kommt ein spontaner Appell: „Wir müssen stärker auf die inneren Werte der Branche setzen, auf Billigtarife oder Lockangebote verzichten.“ Der Kunde brauche die absolute Sicherheit, dass er den Schutz erhalte, den er glaube, abgeschlossen zu haben. Außerdem sollten Kunden bei der Wahl eines Versicherungsunternehmens unbedingt auch auf dessen Finanzkraft achten, weil eine hohe Finanzkraft am ehesten Beitragssteigerungen verhindere. (wo)

Der vollständige Beitrag von Autor Wolfgang Otte über Birgit König in der heute neu erscheinenden Ausgabe der Versicherungswirtschaft, Nr. 8/2014 (Titelthema: Profis willkommen – Aufsichtsräte im Blick)

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