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“Betroffene Lebensversicherer werden dann abgewickelt.”

29.09.2015 – Hufeld_frank_beer_bafinEine lang anhaltende Niedrigzinsphase könnte das Aus für einige Lebensversicherung in Deutschland bedeuten. “Ändert sich das Zinsumfeld langfristig nicht, dann müssen wir eine japanische Antwort geben”, sagte Bafin-Chef Felix Hufeld auf einer Tagung des Bund der Versicherten (BdV). “Die betroffenen Lebensversicherer werden dann abgewickelt.”

Von einer solchen Abwicklung waren in der Vergangenheit mehrere japanische Lebensversicherer betroffen. Dabei wurden auch die Garantiezusagen der Kunden gekürzt. Die Sicherheit der deutschen Lebensversicherer sei “ein Spiel mit der Zeit”. Eine Unverkäuflichkeit von deutschen Lebensversicherern sieht Hufeld nicht. Zudem lobt der Bafin-Chef die Branche, weil viele die Zeichen der Zeit erkannt hätten und neue Produkte mit geringeren Garantien anbieten würden. Aktuell sieht Hufeld keine Assekuranz in Gefahr.

Die derzeit aufgebauten Reserven würden noch eine “ganze Weile” halten. Vor allem stille Reserven könnten genutzt werden. “Wir erzwingen den Aufbau von Reserven.” Trotzdem schloss der Aufseher nicht aus, dass “mittelfristig” die Assekuranzen ihre sogenannte Zinszusatzreserve langsamer aufbauen müssen. Eine solche Forderung erhob ein Vertreter des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Auch BdV-Chef Axel Kleinlein sieht aktuell keinen Versicherer in Gefahr. “Den Versicherern geht es gut, die Kunden leiden hingegen”, so der Verbraucherschützer. Grund sei das Lebensversicherungsreformgesetz (LVR), dass die Beteiligung von Bewertungsreserven neu regelt. Kleinlein kündigt eine Klage gegen dieses Gesetz an, dass er für nicht verfassungsgemäß hält. (usk)

Bild: Bafin-Präsident Felix Hufeld (Quelle: Frank Beer / Bafin)

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