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bAV: Metallrente fordert Nachbesserungen

08.11.2016 – Karch_AbaDer Geschäftsführer des Versorgungswerks MetallRente, Heribert Karch, sieht den vorliegenden Entwurf des Betriebsrentenstärkungsgesetzes als Schritt in die richtige Richtung: “Die Betriebsrente muss noch stärker in die Breite kommen, noch mehr Menschen erreichen”. “Für MetallRente sind die nun vorgelegten Vorschläge des Referentenentwurfs machbar”, so Karch. Dennoch seien Nachbesserungen notwendig.

So müsse die Beitragslast auf Betriebsrenten gerechter werden. Denn seit 2004 würden die Betriebsrenten mit vollen Beiträgen zur Kranken-und Pflegeversicherung belastet. Die beschädigte Symmetrie von jetzt vorgelagerter Entlastung und nachgelagerter Belastung müsse wieder hergestellt werden, fordert Karch.

Zudem setze die Beitragslast auf drei Prozent der steuerlichen Veranlagung die Ungerechtigkeiten fort. Nur höhere Einkommen bleiben damit von doppelten Beitragslasten verschont, kritisiert das Versorgungswerk. “Diese Maßgabe ist sozial unfair”, kritisiert Karch.

Außerdem sollte der Gesetzgeber sollte Personen mit längerer Ausbildung oder unterbrochenen Erwerbsverläufen nicht mehr benachteiligen und niedrigere Verdienste sollten überproportional berücksichtigen, fordert MetallRente weiter.

Verbesserungsbedarf sieht auch die Unternehmensberatung Mercer. “Mit dem Entwurf möchte der Gesetzgeber insbesondere mit verbesserten steuerlichen und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Tarifpartner eine stärkere Verbreitung der bAV – vor allem im Hinblick auf Kleinunternehmen und Geringverdiener – erreichen. Der Fisch muss aber am Ende dem Köder und nicht dem Angler schmecken. Ob die Tarifparteien die Chancen des neuen Gesetzes tatsächlich nutzen werden, bleibt abzuwarten”, konstatiert Betriebsrenten-Experten Uwe Buchem.

Zudem führe die “erstmalige Einführung einer reinen Beitragszusage ohne Garantieleistungen in der bAV im Rahmen von Tarifverträgen zu Kostensicherheit und zum Wegfall der Haftung für Arbeitgeber. Gleichzeitig bietet die Möglichkeit einer flexibleren Kapitalanlage die Chance, höhere Renten für die Arbeitnehmer zu erzielen”, ergänzt der Experte von Mercer.

“Denn gerade für Geringverdiener ist es wichtig, dass bei oftmals niedrigen Beiträgen vernünftige Versorgungsleistungen durch eine stärkere Beteiligung am Produktivkapital generiert werden und damit schließlich die zunehmenden Versorgungslücken verkleinert werden können”, betont Buchem. (vwh/td)

Bild: Heribert Karch, Geschäftsführer des Versorgungswerks MetallRente (Quelle: Aba)

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