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Axa: “Digitalisierung als Chance für mehr Kundennähe”

14.09.2015 – thomas_buberl _ axaIm VWheute-Interview spricht Axa-Deutschlandchef über Thomas Buberl über Big Data, Peer-to-Peer-Insurance in der Autoversicherung und warum es sein Unternehmen nach Asien zieht. Die in Kooperation mit RWE entstandene Wasserschaden-Police ist für ihn ein Beleg, wie Digitalisierung zu mehr Kundennähe führt.

VWheute: Herr Buberl, die Welt wird digital. Welche Erfahrungen aus anderen Ländern sind für Versicherer hilfreich?

Thomas Buberl: Axa hat sich weltweit die Digitalisierung als eine der zentralen Initiativen  auf die Fahnen geschrieben. Wir haben schon 2013 das Axa Lab im kalifornischen Silicon Valley gegründet, um hier mit relevanten Unternehmen neue Ideen und Produkte zu testen. Jetzt werden wir auch nach Asien gehen. Hier ist China ein großer Treiber. In Paris forschen wir darüber hinaus in unserem Data Innovation Lab Forschung zum Thema Big Data. Wir prüfen dort, was wir aus unseren Daten zum Vorteil der Kunden lesen können. In Barcelona haben wir eine innovative Agentur aus Marketing-, Technik- und Designexperten gegründet, die neue Software und Apps entwickeln.

VWheute: Gibt es konkrete Projekte?

Thomas Buberl: Viele. Ganz neu ist beispielsweise eine Peer-to-Peer-Insurance in der Autoversicherung. Nach dem Vorbild des LendingClubs, über dessen Plattform private Kreditgeber Kredite an private Kreditnehmer vergeben, habe ich bereits zwei erfolgversprechende Modelle gesehen, bei der sich Privatleute über einen Risikopool im Internet selbst versichern. Noch sind diese Überlegungen aber im Ideenstadium.

VWheute: Was passiert bei AXA Deutschland über einen Telematik-Tarif in der Autoversicherung hinaus?

Thomas Buberl: Für uns ist Digitalisierung nicht hier ein Telematik-Tarif und dort eine Prozessverbesserung. Wir glauben, dass wir durch Digitalisierung die Chance haben, deutlich mehr mit unseren Kunden in Kontakt zu kommen und ihnen neue – an ihren konkreten Bedürfnissen orientierte – Services zu bieten. Jüngstes Beispiel ist die Kooperation mit RWE. Mittels Haussteuerung bieten wir unseren Kunden aktiven Schutz gegen Wasserschäden. Bei der kleinsten Undichtigkeit wird die Wasserzufuhr gestoppt, der Kunde und AXA werden automatisch informiert, dies mindert Schäden und sorgt für eine rasche Behebung. Das Gute: Wir können auch Interessenten, die aufgrund von Vorschäden Versicherungsschutz verloren haben, versichern.

VWheute: Ist die Digitalisierung dann langfristig ein Vorteil für Versicherungsmakler?

Thomas Buberl: Beide Vertriebswege – Makler und Ausschließlichkeit – werden in der digitalen Welt ihr Segment finden. Es gibt hier auf beiden Seiten sehr innovativ denkende Personen, die neue Geschäftsideen entwickeln. Die Digitalisierung ist für jeden Vertriebsweg eine Chance.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespodent Uwe Schmidt-Kasparek.

Bild: Thomas Buberl, Vorstandschef von Axa Deutschland (Quelle: Axa)

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