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Autonomes Fahren stellt Tarifierung auf den Prüfstand

15.10.2014 – Markus Riess_Allianz_AutotagNach Ansicht von Allianz Deutschland-Chef Markus Rieß muss im Zuge der Weiterentwicklung des vernetzten Fahrens das klassische Tarifierungsmodell perspektivisch auf den Prüfstand gestellt und neue technikbezogene Tarife eingeführt werden. „Wichtig wird, welche Assistenzsysteme im Fahrzeug verwendet werden“, so Rieß.

Man müsse sich die Frage stellen, ob eine Mercedes S-Klasse, ein Audi A8 oder ein 7-er BMW mit Hochautomatisierungpotenzial künftig günstiger zu versichern sein wird als ein Kleinwagen. „Hier werden sich die Instrumente für die Tarifierung weiter entwickeln müssen. In unserem traditionellen Versicherungsmodell haben wir Rankingparameter wie zum Beispiel das Alter des Fahrers, den Schadenfreiheitsrabatt und die Anzahl der schadenfreien Jahre“, sagte er gestern auf dem 3. Allianz Autotag in Ismaning bei München.

Wenn in 10 bis 15 Jahren das Auto einen relativ hohen Anteil der Fahrleistung im automatisierten Modus selbst vollbringe, werde sich der Einfluss der klassischen fahrerbezogenen Merkmale auf die Versicherungsmodelle abschwächen.

„Das Risiko verlagert sich vom menschlichen Fehler seitens des Fahrers oder Verkehrsteilnehmers zum menschlichen Fehler des Entwicklers. Daher wird es für uns als Versicherer zunehmend wichtiger zu wissen, ob und welche Assistenzsysteme im Fahrzeug verwendet werden und um welche Systeme in welchem Automatisierungsgrad es sich tatsächlich handelt und welche Leistungsfähigkeit die Systeme auch tatsächlich besitzen.”

Wenn man die Vergangenheitsdaten nicht habe, was zum Beispiel bei neuen Fahrzeugmodellen vorkomme, suche man normalerweise vergleichbare Risiken. Bei völlig neuen Systemen sei das naturgemäß schwieriger. Ein Spurhalteassistent mit ABS zu vergleichen, werde, so Rieß, wenig Erkenntnisse bringen. „Wir müssen also eine prospektive Risikoabschätzung abgeben.“

Man vertraue den Autoherstellern, dass diese ihre Sicherheitssysteme schon in ihrem eigenen Interesse erst auf den Markt bringen, wenn diese ausgereift seien. „Dies hilft uns dann als Versicherer die Risiken auf dem Markt zu bepreisen“, sagte Rieß. (ks)

Bild: Markus Rieß, Vorstandschef Allianz Deutschland (Quelle: ks)

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