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Appell: Versicherer sind Partner, nicht reines Regulierungsobjekt

07.08.2014 – Niebler_AGVKeine Entspannung auf dem Markt für Arbeitskräfte sieht AGV-Vorstand Michael Niebler. Er appeliert zudem im Sommerinterview mit VWheute an die Politik, die Versicherungsbranche in Zukunft wieder mehr als Partner statt als reines Regulierungsobjekt zu sehen. Bundesbank und EZB kritisiert er für deren Einmischung in die Tarifpolitik.

VWheute: Herr Dr. Niebler, wir wollen mal nachhaken. In der Ausgabe 1/2014 der Versicherungswirtschaft sprachen Sie vom fortschreitenden „War for Talents“ in der Branche und sagten, dass es Bereiche gebe, „in denen es den Unternehmen schwer fällt, geeignete Kandidaten zu finden, zum Beispiel in den Fachrichtungen Mathematik und Informatik.“ Setzt sich der Trend so fort?

Niebler: Es gibt kein Indiz dafür, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren abschwächen könnte. Es wird bestimmt nicht einfacher für die Branche, gute Leute zu finden.

VWheute: Was sind Ihre Prioritäten im zweiten Halbjahr 2014?

Niebler: Am 29. November finden die Außendienst-Tarifverhandlungen statt, und dann bereiten wir uns schon auf die Innendienst-Verhandlungen vor, die am 20. März 2015 beginnen. Bundesbank und EZB haben uns in diesem Zusammenhang gerade einen Bärendienst erwiesen: Ihre Einmischung in die Tarifpolitik finde ich völlig unakzeptabel. Wir werden das noch sehr deutlich machen. Schließlich findet am 7. und 8. Oktober unsere zweite Frauen-Führungskräftetagung in Köln statt, zu der bereits wesentlich mehr Zusagen von Vorständinnen und weiblichen Führungskräften vorliegen, als wir erwartet haben. Das spricht für ein ungebrochenes, vielleicht sogar noch größer gewordenes Interesse an diesem Thema. Und dann gibt der AGV eine neue Publikation heraus: vis a vis – Menschen, Trends & Meinungen – HR-Newsletter für die deutsche Versicherungswirtschaft. Sie wird allen zugeschickt, mit denen wir Kontakt haben, vom Gehaltsabrechner bis zum Vorstand.

VWheute: Was sind Ihre Visionen für 2014/15?

Niebler: Eine Vision wäre, dass die Politik irgendwann doch erkennt, welch stark stabilisierenden Charakter unsere Branche auf das Wirtschaftssystem in der Krise 2008 hatte und auch jetzt hat und uns dementsprechend wieder mehr als Partner wahrnimmt und nicht als „Regulierungsobjekt“. Übertriebene staatliche Regulierung und Kontrolle schadet einem System, das seine Stärke aus marktwirtschaftlichen Mechanismen schöpft. Ohne die private Versicherungswirtschaft werden elementare gesellschaftliche Fragen der Sozialpolitik langfristig nicht zu lösen sein.

VWheute: Ihre persönlichen Wünsche für den Rest des Jahres?

Niebler: Wir haben im Moment ein paar Krisenherde zu viel auf dieser Welt. Ich würde mir wünschen, dass sich diese Krisenherde stark reduzieren und wir uns im Jahresrückblick über so positive Dinge wie den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft noch freuen können.

VWheute: Wo verbringen Sie oder haben Sie in diesem Jahr Ihren Sommer-Urlaub verbracht?

Niebler: Eine Woche an der Algarve und eine Woche im Allgäu, zusammen mit meiner Frau und mit meinen beiden Söhnen im Alter von 7 und 15 Jahren.

Das Interview führte VWheute-Redakteurin Silvia Ellinger.

Bild: AGV-Vorstand Michael Niebler (Quelle: AGV)

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