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Agile-Projekt: Fallstricke für Versicherer

14.09.2016 – marcin_mekler_sollersVon Marcin Mekler. Obwohl die Vorteile bei einer Verwendung der flexiblen Arbeitsmethode Agile stark herausstechen und das Risiko des Projektscheiterns hierbei deutlich minimiert wird, bringt auch dieser Ansatz keine Erfolgsgarantie mit sich. Oft hängt der Erfolg der Agile-Methode vor allem vom Team und von der Art des Projektes ab.

Obwohl sich die Kommunikation innerhalb des Teams durch tägliche Stand-Up-Meetings intensiviert, werden große interne Differenzen der Teammitglieder dadurch nicht automatisch abgebaut. Liegen die Vorstellungen von Geschäftsführung und Entwicklern sehr weit auseinander, kann dies allein durch die Hilfe von agilem Vorgehen relativ selten gelöst werden. Wird von den Entwicklern zu Beginn großen Wert auf Qualität gelegt, kann auch der im agilen Arbeiten enthaltene Anspruch an die Geschwindigkeit nichts daran ändern, dass dafür eine gewisser Zeitraum notwendig sein wird, welcher dem Unternehmen machmal ungelegen kommt.

Um die Agile-Methode erfolgreich verwenden zu können, müssen im Team bestimmte Regeln eingehalten werden. Beispielsweise ist Agile ohne die vielen, regelmäßigen Meetings kein Agile. Es ist jedoch bei weitem schwieriger als man denkt, ein tägliches, gutes Meeting zu gestalten. Oft sind hierbei Teambindungsmaßnahmen oder kreative Ideen notwendig. Jeder Mitarbeiter muss jederzeit einen Projektüberblick besitzen und dazu beitragen, Fehler so früh wie nur möglich vor der Fertigstellung zu erkennen. Dabei ist eine direkte Kommunikation Pflicht und wird oft als Hauptbestandteil der Agile-Methode gesehen. Auch die Retrospektive als Veranschaulichung der geleisteten Arbeit sowie die Optimierung der weiteren Arbeitsschritte gilt als unverzichtbarer Bestandteil.

Für agiles Arbeiten eignen sich kaum Vorhaben, welche nicht sehr zeitaufwendig sind. Ein völlig vertrautes Projekt gilt als relativ ungeeignet, weil dafür bereits einwandfrei eingeübte Arbeitsabläufe existieren und es wenig Sinn machen würde, diese durch eine agile Vorgehensweise verändern zu wollen. Kommt es außerdem zu Umstrukturierungen im Team, wird schnell jede zeitliche Planbarkeit ausgehebelt und die Leistungsfähigkeit der gesamten Gruppe kann sich infolgedessen erheblich verschlechtern. Verlässt vor allem ein sehr leistungsfähiger Mitarbeiter das Team, wird ein agiler Ansatz Schwierigkeiten damit haben, das Ergebnis des Projekts planmäßig vorherzusagen, und zieht oft negative Auswirkungen auf die Pünktlichkeit, Qualität und das Bugdet des Projekts nach sich.

Was sind also die größten Herausforderungen bei der Verwendung der Agile-Methode? Ist es nun die Art sowie Größe eines spezifischen Projekts, die Leistungsfähigkeit und Motivation jedes einzelnen Teammitglieds oder doch die gesamte Organisationskultur eines Unternehmens? Es geht vor allem darum, dass sowohl das Team, als auch das Unternehmen hinter dem flexiblen Ansatz stehen muss, da ansonsten jeder Versuch zum Scheitern verurteilt ist. Jedes Mitglied muss jederzeit bereit sein, Veränderungen zu übernehmen und wichtige Entscheidungen treffen zu können, um Agile innerhalb eines Projekts erfolgreich zu verwenden. Nur wenn am Ende das Umfeld stimmt und die Vorraussetzungen gegeben sind, kann eine agile Vorgehensweise funktionieren und sich Schritt für Schritt bis zum fertigen Gesamtprodukt positiv auf den Erfolg des Projekts auswirken.

Link: Agile erlebt bei Versicherern einen Aufschwung (Tagesreport vom 12.09.2016)

Bild: Marcin Mekler ist Manager bei Sollers Consulting (Quelle: Sollers)

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