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3D-Druck: AGCS-Manager sieht “herausfordernde Haftungsfragen”

14.07.2015 – bruch_michael AllianzMehr als die vernetzten Produktionsprozesse der “Industrie 4.0″ werde die Fabrik der Zukunft durch die individualisierte Massenproduktion des 3D-Druckers bestimmt, glaubt Michael Bruch, Head of Emerging Trends, Allianz Global Corporate & Specialty. Bei Haftungsfragen warnt er vor höherer Komplexität und Grauzonen. Mangelnde Qualitätskontrollen bei 3D-Produktionen stellen das Konzept des Versicherungsschutzes in Frage.

Die Effizienzgewinne seien unbestritten. “Der 3D-Druck könne sich schadenmindernd auswirken, indem er die Ersatzteilversorgung revolutioniert”, sagt Michael Bruch von Allianz Global Corporate & Specialty. Ersatzteile müssten nicht mehr gelagert werden, die werkseigene 3-Druckerei würde die benötigten Bauteile einfach ausdrucken. „So ließen sich Reparaturkosten senken und kostspielige Ausfallzeiten verkürzen. Siemens praktiziert dies bereits mit Ersatz-Brennerspitzen für Gasturbinen aus dem 3-Drucker und reduziert so die Reparaturzeit bestimmter Modelle um 90 Prozent”, erklärt Bruch.

Andererseits könne der 3D-Druck die Lieferketten komplexer machen und die Ursachenforschung bei Produktionsfehlern erschweren. Das betreffe vor allem die Produktionshaftungs- und Produktrückrufdeckungen. Die Kausalität zwischen der schädigenden Handlung und den entstanden Schaden sei nur schwer zu ermitteln, “wenn ein Unternehmen A, den digitalen Bauplan liefert, mit dem ein Zulieferer B ein Bauteil produziert, das Hersteller C in seinem Produkt einsetzt, was wiederum von Händler D vertrieben wird”, erläutert Bruch.

Auch bei der Risikoprüfung seien neue Aspekte zu berücksichtigen. Werde “jedes Teil als Einzelstück geprüft oder genügen Stichproben, weil es sich weiterhin um ein Massenprodukt handelt?” Ferner ist Bruch davon überzeugt, dass der Schutz von Markenrechten und geistigem Eigentum schwieriger werde, wenn “quasi Jedermann eine exakte Replik eines Produkts herstellen kann, sobald dieses auf dem Markt erhältlich ist.” (vwh/dg)

Bild: Michael Bruch (Quelle: Allianz)

bestellen_vwhLesen Sie den ausführlichen Beitrag “Digitaler Bauplan” in der aktuellen Ausgabe Versicherungswirtschaft 07/15. (Einzelbeitrag 3,81 Euro)

 

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