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“Zielrente bringt Transparenz in die bAV”

28.03.2017 – lars_golatka_zurichDie Steuerung der Zielrente durch die Tarifpartner ermöglicht Transparenz und das Finden eines Konsens, glaubt Lars Golatka, Leiter Geschäftsbereich betriebliche Altersvorsorge der Zurich, mit Blick auf das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG). Für nicht-tarifgebundene Unternehmen, die ihre betriebliche Vorsorge ausbauen wollen, gebe es im aktuellen Gesetz jedoch noch keine Lösung.

VWheute: Die Zielrente ist in der Versicherungsbranche nicht unumstritten. Versicherer und Vermittler kritisieren sie vor allem die Steuerung über die Tarifpartner. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Lars Golatka: Die Steuerung der Zielrente durch die Tarifpartner ist eine ausgezeichnete Gelegenheit Transparenz und Konsens bei der Ausgestaltung der betrieblichen Versorgung zu erzielen, weil die Sozialpartner und die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) in den Trilog treten müssen.

Die Steuerung durch die Sozialpartner kann unter der Voraussetzung eines weiterhin funktionierenden Wettbewerbs zum Gütesiegel werden. Dabei ist es wichtig, den angeschlossenen Unternehmen keine Einheitslösung zu verordnen. Idealerweise geben die Tarifpartner hier einen Rahmen vor.

Es bleibt eine enorme Herausforderung, nicht tarifgebundene Unternehmen einzubeziehen, bei denen ein hoher Bedarf am Ausbau der betrieblichen Vorsorge besteht. Dafür gibt es noch keine Lösung im aktuellen Gesetz.

VWheute: Stichwort Pensionsfonds: Der steuerfreie Dotierungsrahmen für Zahlungen des Arbeitgebers an Pensionskassen, Pensionsfonds oder Direktversicherungen soll zu einer einheitlichen prozentualen Grenze zusammengefasst und erhöht werden. Wie bewerten Sie die Pläne der Bundesregierung? Gibt es einen Königsweg zwischen Direktzusage und Outsourcing?

Lars Golatka: Die Erhöhung des Dotierungsrahmens auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze sehen wir positiv. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aus unserer Sicht fehlen wichtige Dinge wie beispielsweise eine praktikable Regelung zur Auslagerung des Future Service. Auch die Doppelverbeitragung der über vier Prozent der BBG hinausgehenden Beiträge sehen wir kritisch, da dies die gewünschte Erhöhung der durchschnittlichen Umwandlungsbeträge in der bAV hemmt.

Einen Königsweg zwischen Direktzusage und Outsourcing gibt es nicht. Die Situationen bei den Unternehmen sind sehr unterschiedlich. So ist die perfekte Lösung auf der einen Seite abhängig von Struktur des Bestandes sowie der Zusagen und auf der anderen Seite abhängig von Liquidität und Zielen des Unternehmens.

VWheute: Last but not least: Welche Anforderungen stellen die Unternehmen an den Pensionsfonds der Zukunft?

Lars Golatka: Die Unternehmen, und nicht zuletzt auch die Arbeitnehmervertretungen und ArbeitnehmerInnen selbst, erwarten von ihren Pensionsfonds:

  • Kapitalanlagekonzepte, die ohne renditefressende Garantien ein ausreichendes Maß an Sicherheit bieten
  • hohe Transparenz
  • angemessene Kosten
  • ein Höchstmaß an Digitalisierung und Sicherheit
  • schlanke Prozesse
  • Flexibilität während der gesamten Laufzeit

Zusammengefasst heißt das, dass Pensionsfonds als Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung zuverlässige Partner und “Kümmerer” sein müssen, denn sie verfügen über das Fachwissen und tragen Verantwortung für die soziale Alterssicherung eines jeden einzelnen Arbeitnehmers.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Lars Golatka spricht heute auf der Handelsblatt-Jahrestagung zur bAV in Berlin. (Quelle: Zurich)

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