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Walthes: “Unsere Aktionäre sollen Vertriebspartner sein”

06.11.2017 – vorstand_dr-walthes-frank - QUELLE VKB“Wir befinden uns nicht auf der Kurzstrecke. Die Versicherungskammer denkt und handelt in Dekaden”, konstatiert Frank Walthes, Vorstandschef der Versicherungskammer Bayern (VKB). Veränderungen kommen für ihn jedoch nur dann in Frage, “wenn es innerhalb unseres Geschäftsmodells nötig ist. Wir ändern uns offenbar geräuscharmer als andere Versicherer”.

“Unser Geschäftsmodell sieht vor, dass in allen unseren Geschäftsgebieten Versicherungsgesellschaften bestehen. Wir führen die Organisationen dort zusammen, wo Synergien zu heben sind”, betont der VKB-Chef im Interview mit der Börsen-Zeitung. Beim Thema Fusion bleibt er hingegen vorsichtig.

“Unsere Eigentümer teilen die Auffassung, dass wir ein ökonomisches Modell brauchen, das vermittelbar ist und mit dem wir bei Bedarf in eine politische Diskussion gehen können. Wichtig ist dabei das erfolgreiche Vertriebsmodell der Versicherungskammer. Unsere Aktionäre sollten zugleich Vertriebspartner sein und Interesse an der geschäftlichen Entwicklung des Hauses haben”, erläutert Walthes. Daher sei “es für uns schwierig, wenn durch eine Fusion Eigentümer hinzustoßen würden, die nicht oder wenig zur Geschäftsentwicklung beitragen”.

Mit dem laufenden Geschäftsjahr gibt sich der VKB-Chef jedenfalls bislang zufrieden. “Aktuell sieht es gut aus. Wir werden die Ziele erreichen und deutlich besser abschließen, als in der ersten Jahreshälfte abzusehen war”, so Walthes. “Das Beitragswachstum wird voraussichtlich etwa 3,5 Prozent betragen. Damit liegen wir über dem Markt und über unseren Erwartungen. Wir gehen davon aus, dass wir erstmals die Marke von acht Mrd. Euro Beitragseinnahmen überschreiten werden”, lautet seine Prognose.

Allerdings macht auch der Klimawandel dem öffentlichen Versicherer offensichtlich deutlich zu schaffen. “Bei den Schäden haben wir ein hohes Niveau. Wir sehen den Klimawandel mittlerweile sehr deutlich in unseren Büchern. Der Sturm ‘Rolle’ am 18. August beispielsweise hat erneut 16.000 Schäden gebracht, da sind wir normalerweise für den Rest des Jahres gut beschäftigt”, erläutert der VKB-Chef. Dennoch sei man in der kombinierten Schaden- und Kostenquote “weiterhin gut unterwegs”. (vwh/td)

Bild: Frank Walthes, Vorstandsvorsitzender der VKB (Quelle: VKB)

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