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“Versicherung ist eine Versicherung und keine Geldanlage”

14.06.2018 – simon-rolfes_rolfesundelsaesserDie sportliche Karriere eines Fußballers ist bekanntlich eher von kurzer Dauer. So beenden die meisten Fußballprofis ihre Karriere in der Regel Mitte 30. Damit nach dem sportlichen Höhenflug nicht der wirtschaftliche Abstieg folgt, braucht es eine gute Finanzplanung. VWheute sprach mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi und früheren Nationalspieler Simon Rolfes über “das Leben danach”.

VWheute: Gerade junge Menschen, dazu zählen auch Sportler, sind häufig unterversichert. Wieso befassen sich viele zu wenig mit dem Thema finanzielle Vorsorge und Versicherung?

Simon Rolfes: Ich habe in meiner Karriere zwar nicht festgestellt, dass Sportler unterversichert sind, aber das Thema Vorsorge gehen einfach wenige Sportler an. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen liegt der Zeitpunkt für den man etwas tun muss weit in der Zukunft. Damit erscheint es als nicht so dringlich.

Darüber hinaus haben wir keine Kultur, wo es um das Thema Geldanlange geht. In der Schule oder zu Hause bekommen viele in diesem Punkt wenig vermittelt. So setzt das Interesse erst häufig maximal mit dem Zeitpunkt ein wo das erste Geld verdient wird.

VWheute: Welchen Fehler begehen Fußballer am häufigsten nach und während der Karriere? Was sind Ihre Erfahrungen?

Simon Rolfes: Der größte Fehler in Bezug auf die Finanzen ist schlicht und einfach, dass sie sich nicht darum kümmern oder wenigstens ein bisschen damit beschäftigen wollen. Alleine dadurch würden sie schon einige Fehler vermeiden.

VWheute: Als Fußballspieler galten sie als sehr besonnen. Wie wichtig ist ein kühler Kopf beim Thema Geldanlage und Versicherung?

Simon Rolfes: Sowohl im Fußball als auch bei der Geldanlage kommt der Erfolg durch eine langfristige gute Entwicklung. Deswegen ist es wichtig, auch in schwierigen Zeiten auf Kurs zu bleiben. Das ist in beiden Berufen ähnlich.

VWheute: Was fällt ihnen beim Umgang der Menschen mit Versicherungen auf? Welche Fehler werden am häufigsten begangen und welche haben sie gemacht? Was haben Sie daraus gelernt?

Simon Rolfes: Ich stelle fest, dass vor allem Verknüpfungen von Geldanlage mit Versicherung sehr beliebt ist. Das habe ich auch in jungen Jahren einmal gemacht. Mittlerweile trenne ich die beiden Bereiche strikt. Eine Versicherung ist eine Versicherung und keine Geldanlage. Das führt zu einer viel klareren Bewertung des einzelnen Bausteins.

VWheute: Vor einigen Jahren sorgte ein kritischer Kommentar einer Abiturienten für Aufsehen. Sie sprach, dass Sie Gedichte in vier Sprachen interpretieren kann, aber nichts über Steuern, Mieter oder Versicherung weiß. Welche Lehren muss man Ihrer Meinung daraus ziehen?

Simon Rolfes: Wir sollten in der Schule auch das Fach Wirtschaft weiter stärken. Gerade in Zeiten der Globalisierung sollte jeder ein gewisses wirtschaftliches Grundverständnis haben, um Prozesse in der Welt für sich besser einschätzen und bewerten zu können.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur David Gorr.

Bild: Simon Rolfes (Quelle: Rolfes & Elsässer)

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