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“Versicherer sind keine notorischen Neinsager”

18.01.2017 – guenter_hirschDer Versicherungsombudsmann ist mit den deutschen Versicherern zufrieden. Günter Hirsch fand im Interview mit dem GDV viel Lob für die Versicherer und konnte dennoch auf ein wenig Kritik nicht verzichten. Hintergrund des Gesprächs ist das heute stattfindende Symposium des Versicherungsombudsmanns zu dessen 15-jährigem Bestehen. Zwar lobte er die Institution, die für Verbraucher mehr Schutz gebracht habe.

Gleichzeitig kritisierte er die Vielzahl von Ombudsmännern. Verbraucher könnten nicht durchschauen, wer für ihr Anliegen zuständig sei. Daher werde oft der falsche Ansprechpartner kontaktiert, was die entstehende Verzögerung im schlimmsten Fall durch zur Fristversäumnis führe. Der Gesetzgeber sei gefordert, dass Durcheinander aufzulösen.

Ausdrücklich gelobt wurden die Versicherer: “Ich sehe es als großen Fortschritt an, dass die Unternehmen immer häufiger im Beschwerdeverfahren Spielräume, die ihnen das Recht lässt – was keineswegs durchgängig der Fall ist – zu Gunsten des Kunden nutzen”, so Hirsch. Die Vermittler dürfen sich in ihrer Tätigkeit ebenfalls bestätigt fühlen, denn “nur etwas über 300 der insgesamt rund 20.000 Beschwerden richteten sich im letzten Jahr gegen Vermittler persönlich”.

Den Anstieg der Beschwerden bezüglich der Rechtschutzversicherer begründet Hirsch mit dem geänderten Anlageverhalten der Kunden: “Sie [die Kunden] legen beispielsweise Geld viel öfter in Aktien oder anderen Anlageprodukten an. Gerade der Finanzsektor ist aber äußerst streitträchtig. Deshalb gibt es hierzu viele Streitfragen und damit viele Rechtsschutzbeschwerden.” Weiterhin seien die Deutschen generell sehr streitfreudig und der Alltag werde rechtlich komplizierter.

Hirsch lobte besonders die Lernbereitschaft der Versicherer: “Im Verlauf der Jahre habe ich gesehen, dass die Unternehmen den Wert, auch den ökonomischen Wert, von Kundenzufriedenheit durchaus zu schätzen wissen. In einem Beschwerdefall kann es für ein Unternehmen wirtschaftlich günstiger sein, einzulenken und eine gütliche Einigung zu erzielen, anstatt die eigene Position streitig durchzusetzen.” (vwh/mv)

Bild: Versicherungsombudsmann Günter Hirsch (Quelle: Versicherungsombudsmann)

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