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Schwintowski: IDD ist teilweise verfassungswidrig

31.03.2017 – notfallordner_akAtmosphärische Störungen der besonderen Art provoziert die vor einem Jahr beschlossene EU-Vertriebsrichtlinie IDD, die gerade in nationales Recht gegossen wird. Eigentlich gingen alle Beteiligten davon aus, dass das Gesetz eins zu eins umgesetzt würde, dem ist aber offensichtlich nicht so. Vielmehr wird der Versuch erkannt, deutlich mehr Regulierung als aus Brüssel vorgegeben zu implementieren, doch dagegen regt sich Widerstand.

“Was wir im Gesetzentwurf sehen, ist ein deutliches Mehr an Regulierung. Dies zulasten der einzigen Berufsgruppe, die verbraucherschützend im Versicherungsvertrieb tätig ist. Diese Markteingriffe zulasten von Versicherungsmaklern sind nicht hinnehmbar”, sagte zum Reizthema IDD Norman Wirth, Rechtsanwalt und geschäftsführender Vorstand des Bundesverband Finanzdienstleistung (AfW) jüngst im Interview mit Portfolio International.

Und auf die Frage, ob Honorar- und Servicevereinbarung am Ende sind, wenn Makler zukünftig nur noch von den Versicherungsunternehmen entlohnt werden dürfen, ergänzt Wirth: “Ja, gegenüber Privatkunden wäre das jetzt der Fall. Ich bin aber überzeugt, dass dieser offensichtliche Eingriff in die Berufsfreiheit der Versicherungsmakler nicht Gesetz wird.”

Hier bestehen schwerwiegende europarechtliche und auch verfassungsrechtliche Bedenken”. Das sieht auch der Versicherungsrechtsexperte Hans-Peter Schwintowski von der Humboldt-Universität zu Berlin ähnlich. Was die anwesenden Makler bei seinem Vortrag hier zu hören bekamen, war für den ein oder anderen Teilnehmer durchaus ein Schock, wie Schwintowski im Interview mit VWheuteTV hinterher einräumte.

Aus dem Nähkästchen des Alltagsgeschäfts plauderte hingegen Martin Wenzel unter dem Label “freche Beratung”. Mit den richtigen Fragen zur erfolgreichen BU-Beratung lautet Wenzels Thema. Wie dabei Bestände verteidigt und welche Wirkungen ein maßgeschneiderter Versicherungsschutz auf den Kunden hat und wieso schließlich aus Lehrern gute Makler werden, erklärte Wenzel in seinem mit lebhafter Resonanz begleiteten Vortrag. Vom Lehrer zum Makler und wieder Retour – ein Ausschnitt:

Doch trotz Lässigkeit und Entertainment, die Herausforderungen der Digitalisierung sieht Wenzel als eines der Mega-Themen: “Die Digitalisierung wird manchem Makler das Genick brechen”, ist sich der ehemalige Lehrer und Buchautor sicher. Im Interview erklärt Wenzel zudem den Unterschied zwischen Bedarf und Bedürfnissen, wie diese identifiziert und in Einklang gebracht werden können, welche Fragen hierzu wichtig sind um letztlich den Kunden zu gewinnen und dauerhaft zu halten auch wenn es attraktive Angebote aus der Mitbewerberschaft gibt. Tipps für den Vertrieb gibt der Profi hier im Interview.

(vwh/ak)

Bild: Am Ende braucht man ihn mancher vielleicht selbst: den “Notfallordner”. Die neue Vermittler-Richtlinie IDD sorgt Irritationen. (Quelle: Alexander Kaspar)

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