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Rürup fordert weitere Rentenreform

09.03.2017 – ruerup_bruessDie Bundestagswahlen sind zwar erst im September: Dennoch fordert der Ökonom und ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup (73) bereits jetzt eine neue Rentenreform von der künftigen Bundesregierung. So könnte eine Altersversorgung erst dann den Lebensstandard sichern, “wenn sie etwa 70 Prozent des in den letzten Erwerbsjahren bezogenen Nettoarbeitsentgelts ersetzt”, schreibt er im Handelsblatt.

Dabei fordert der Ökonom insgesamt drei Reformschritte: Erster Schritt müsste laut Rürup “eine Neuordnung der steuerlichen Kofinanzierung sein. Seit 1957 werden die Ausgaben der Rentenversicherung aus Steuermitteln des Bundes bezuschusst”, konstatiert der Ökonom. Zudem sei es “ein Gebot der Ehrlichkeit, sich vom Alibi der versicherungsfremden Leistungen zu verabschieden. Eine saubere Antwort wäre, zu einem Bundesbeitrag in Form eines festen prozentualen Anteils an den Gesamtausgaben überzugehen, was dem Bund auch mehr Mitspracherechte in der Selbstverwaltung geben würde”.

Ein weiterer wesentlicher Schritt sei laut Rürup “eine Ausweitung des Versichertenkreises der gesetzlichen Rentenversicherung. Derzeit sind dort im Wesentlichen die abhängig Beschäftigten obligatorisch versichert. Für eine Ausweitung dieses Kreises kann es drei Gründe geben: erstens die Beseitigung unbefriedigter Schutzbedürfnisse und damit der Schutz der Steuerzahler vor einer Finanzierung von Fürsorgeleistungen im Alter, zweitens die Gleichbehandlung aller Erwerbstätigen bei der obligatorischen Alterssicherung und drittens die Verringerung des aus der Bevölkerungsalterung resultierenden Ausgabendrucks”.

Darüber hinaus fordert Rürup, “das islang hochgehaltene Äquivalenzprinzip zu lockern und dafür die Rente armutsfester zu machen.” Damit könne man den “in der Bevölkerung verbreiteten Ängsten vor einer künftigen Altersarmut zu begegnen und um die Akzeptanz der aus Zwangsbeiträgen finanzierten gesetzlichen Rente zu erhöhen”, schreibt der ehemalige Wirtschaftsweise. (vwh/td)

Bild: Bert Rürup (Quelle: brs)

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