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“Perspektive auf eine geldpolitische Normalisierung”

16.10.2017 – Jens Weidmann_Deutsche BundesbankDeutschlands mächtigster Banker spricht über steigende Zinsen, Immobilien und die Konjunktur. Bundesbankpräsident Jens Weidmann erläutert im Interview mit der Wirtschaftswoche die momentane Lage auf dem Kapitalmarkt und auf was sich Versicherer in den kommenden Monaten zinstechnisch einstellen müssen. Sein Fazit: “Die Niedrigzinsen sind kein Dauerzustand”.

Weidmann sieht die Entwicklung in der Konjunktur “eher aufwärtsgerichtet”, was die “Perspektive auf eine geldpolitische Normalisierung” eröffnen würde, wie er gegenüber der Wirtschaftszeitung erklärte. Gleichzeitig warnte er davor, dass schnell erhöhte Zinsen die Banken in Bedrängnis bringen könnten, besonders dann, wenn diese “ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten”. Das gesagte dürfte auch für die Versicherer hierzulande relevant sein und als Warnung verstanden werden, denn die Geldpolitik könne “etwaige Versäumnisse nicht ausputzen”.

Wann gibt es wieder Geld fürs Angelegte

Die Versicherer ächzen uns stöhnen unter der Last der Niedrigzinsen und zunehmender Regulierung, was nicht zuletzt der Run-off der Ergo und Generali zeigen.

Bis sich das Anlegen wieder lohnt, wird noch Zeit vergehen, weiß Weidmann: “Derzeit diskutieren wir im Euro- System über die Anpassung unseres Anleihekaufprogramms. Aber selbst wenn wir die Nettokäufe reduzieren, nehmen die Bestände in unserer Bilanz weiter zu, und die Geldpolitik bleibt expansiv.” Es würde zwar nicht mehr so viel “Gas gegeben”, aber der EZB-Rat habe klar gemacht, dass die Leitzinsen erst dann steigen, wenn die Anleihekäufe beendet sind.

Ewige Nullzinspolitik

Der Bundesbanker begründet die Aufrechterhaltung der Nullzinsen mit der hohen Verschuldung von etlichen Regierungen, Unternehmen und Haushalten. Zudem müssten die Banken ihre “Bilanzen aufräumen” und es würde dauern, bis die “Wettbewerbsfähigkeit überall hergestellt” sei. Ein kleiner Lichtblick: Die genannten Phänomene “sollten vorübergehend sein.” (vwh/mv)

Bild: Jens Weidmann (Quelle: Bundesbank)

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