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Nagel will sich vom “Silodenken verabschieden”

05.09.2017 – marcus_nagel_zurichDie Zurich Deutschland will noch in diesem Jahr digital werden. “Der Schlüssel zum Erfolg ist daher nicht allein das Thema Digitalisierung, sondern auch die Art, wie Kunden die neuen Technologien nutzen”, betont Vorstandschef Marcus Nagel im Exklusiv-Interview mit VWheute. Sein Ziel: “dass wir uns aus dem Silodenken verabschieden und stärker bereichsübergreifend und interdisziplinär denken”.

VWheute: Der Mutterkonzern der Zurich hat im ersten Halbjahr 2017 ein sattes Gewinnplus von 13 Prozent erzielt. Wie bewerten Sie die aktuelle Geschäftsentwicklung der Zurich Deutschland im ersten Halbjahr und worin sehen Sie aktuell die wichtigsten Herausforderungen?

Marcus Nagel: Die Zurich Gruppe Deutschland verzeichnet ein starkes erstes Halbjahr. Der Business Operating Profit (BOP) stieg im ersten Halbjahr 2017 auf 210 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 101 Mio Euro). Gleichzeitig sank die Schaden-/Kostenquote auf 91,5 Prozent (1. Halbjahr 2016: 102,2%). Mit Blick auf die Zukunft werden wir uns vor allem auf die drei Themenfelder Kundenorientierung, Innovation und Simplifizierung konzentrieren.

VWheute: Sie haben jüngst einige zentrale Umstrukturierungsmaßnahmen angestoßen, wie zum Beispiel die Zusammenlegung des Leben- und Sachgeschäfts. Wie bewerten Sie den aktuellen Zwischenstand?

Marcus Nagel: Wir haben wichtige Grundsteine für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Im letzten Jahr hatte ich angekündigt, dass wir die Geschäftsbereiche Sach- und Unfallversicherung sowie Lebensversicherung organisatorisch zusammenführen. Dies haben wir erfolgreich getan, um die Komplexität im Unternehmen zu reduzieren und den Dialog mit Kunden und Vermittlern zu verbessern.

Zudem haben wir mit der Schaffung des Bereiches Marktmanagement die ganzheitliche Kundensicht im Unternehmen fest implementiert. Dies trägt dazu bei, dass wir uns aus dem Silodenken verabschieden und stärker bereichsübergreifend und interdisziplinär denken. Als Drittes haben wir das Vertriebsressort neu gestaltet. Ziel ist es unter anderem, den Multi-Vertriebskanal-Ansatz zu stärken und den Dialog mit Kunden und Vertrieben zu verbessern.

Darüber hinaus setzen wir weitere wichtige Entscheidungen um: An den neuen Standorten in Frankfurt, die wir 2018 bzw. voraussichtlich Ende 2019 beziehen werden, erwarten die Mitarbeiter attraktive und moderne Arbeitswelten.

Wir schaffen neue Räume, in die neues Denken einziehen wird. Wir alle werden offene Raumkonzepte vorfinden. Auch der Vorstand. Sie unterstützen agiles und vernetztes Arbeiten und fördern eine kundenorientierte Denkweise. Bereits jetzt bindet Zurich die Mitarbeiter bei der Planung der künftigen Standorte ein. Dazu wurden beispielsweise Testflächen in den Altgebäuden errichtet, wo neue Konzepte erprobt werden.

VWheute: Die Digitalisierung gehört bekanntlich zu den zentralen Herausforderungen mit entsprechenden Folgen für die Kundenkommunikation. Wie sehen diesbezüglich Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Marcus Nagel: Die Ansprüche der Kunden an die Versicherer verändern sich. Die Digitalisierung revolutioniert auch unsere Branche. Und wir werden die Chancen, die sich daraus ergeben, erfolgreich für Zurich nutzen. Dazu müssen wir konsequent vom Kunden her denken und handeln. Der Schlüssel zum Erfolg ist daher nicht allein das Thema Digitalisierung, sondern auch die Art, wie Kunden die neuen Technologien nutzen. Was künftig zählt, ist das Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden und die Nähe zu ihnen.

Die Kultivierung dieser kundenorientierten Perspektive im Unternehmen ist maßgeblich dafür, wie sich ein Unternehmen auch in Zukunft am Markt platzieren kann. Dazu gehört auch, eine agile Arbeitsweise fest auf allen Ebenen zu verankern. Zurich ist dabei mit seinem Innovationsmanagement, Mitarbeiter-Coachings zum Thema Agilität und den neuen agilen Arbeitsweisen und auf dem richtigen Weg.

Wir sind hier Vorreiter indem wir bereits nach der DesignThinking Methode arbeiten. Unsere Mitarbeiter begleiten und schulen wir auf diesem Weg. Unter anderem auch, indem wir ihnen die Möglichkeit geben agiles Arbeiten auf einer mehrtägigen Innovation Expedition in Berlin kennenzulernen.

Wir brauchen engagierte und erfahrene Mitarbeitenden für den Weg in die Zukunft. Deshalb sensibilisieren wir sie für agiles Arbeiten und kundenzentriertes Denken und investieren in die entsprechenden Qualifikationsmaßnahmen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Marcus Nagel (Quelle: Zurich)

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