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Lautenschläger kontert Termühlens Kritik

11.01.2017 – lautenschlaeger MLPNach 13 Jahren äußert sich Bernhard Termühlen erstmals öffentlich zu seinem ehemaligen Arbeitgeber MLP: Er kritisiert in einem Blog die “jahrelange Vernachlässigung des Vertriebs”. MLP-Gründer und Aufsichtsrat Manfred Lautenschläger reagiert: Termühlens damalige Führung war ein Desaster. Lautenschläger sei erstaunt, dass Termühlen zu viertklassigen Methoden greife, um die Legende zu stricken, dass das damalige MLP besser gewesen sei als das heutige.

MLP befinde sich wieder auf gutem Weg, kommentiert Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg die Q3-Unternehmenszahlen – VWheute berichtete. Die Gesamterlöse aus den ersten neun Monaten stiegen beim Wieslocher Finanzdienstleister um 14 Prozent auf 418,7 Mio. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern hatte sich mehr als verdoppelt und lag bei 16,1 Mio. Euro. Deutliche Zuwächse kamen vor allem aus dem Vermögensmanagement und der Sachversicherung (plus 47%). Das nimmt Termühlen zum Anlass und erklärt in einem Blog, warum MLP auf keinem guten Wege ist. “Selbst ein nur flüchtiger Blick auf das veröffentlichte Zahlenwerk enthüllt nämlich, dass sich an den grundlegenden Ursachen dafür, dass MLP seit mehr als 10 Jahren im Kerngeschäft Beratung und Vertrieb stagniert, nichts geändert hat. Diese Ursachen liegen in der jahrelangen Vernachlässigung des Vertriebes.”

Bernhard Termühlen kritisiert u.a. die “gebetsmühlenartig gepflegte, verräterische Hervorhebung des Beratungsfelds Vermögensmanagement.” Diese von MLP als wesentliche Ertragssäule bezeichnete, bei der Tochter Feri angesiedelte Sparte sei “nicht so stabil”, da ein nicht unbeachtlicher Teil der Erlöse und Erträge aus den Fondspolicen stammen dürfte, die bis zum Jahr 2004 bei der ehemals zum MLP-Konzern gehörenden Heidelberger Lebensversicherung AG abgeschlossen wurden. “Die vermeintlich zukunftsweisende Neuorientierung von MLP entpuppt sich bei genauem Hinsehen als Geschenk aus der Vergangenheit, ohne welches der als Riese kommunizierte Bereich Feri/Vermögensmanagement tatsächlich ein Zwerg wäre”, so Termühlen. Auch die Zukäufe kleinerer Finanzvertriebe in den vergangenen Jahren würden nur den Blick auf den “vernachlässigten MLP-Vertrieb vernebeln”.

Doch Aufsichtsrat Manfred Lautenschläger ist dem jetzigen Vorstandsvorsitzenden Uwe Schroeder-Wildberg mehr als dankbar für das, was er und seine Kollegen für das Unternehmen geleistet hätten, nach dem “Desaster”, das Termühlen bei MLP angerichtet habe. MLP sei heute ein stabiles und seriöses Unternehmen, weniger glamourös und lautstark als zur Zeit Termühlens, aber nachhaltig und seriös. “Um die Zukunft mache ich mir deshalb keine Sorgen – anders als zu Ihrer Zeit”, antwortet Lautenschläger in einer Email. Es bleibe Termühlen überlassen, schreibt Lautenschläger, ob er weiter zu solchen fragwürdigen Methoden greifen wolle. Was Termühlen dort inszeniere, stoße ihn ab. “Selbst wenn es nur um ‘Stil’ ginge”, schließt Lautenschläger die Mail an Termühlen, “hätte ich Ihnen mehr zugetraut.” (vwh/dg)

Bild: Manfred Lautenschläger ist Mitgründer der Finanzberatung MLP, seit 1999 ist er Aufsichtsratvorsitzender der MLP AG. (Quelle: MLP)

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