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Laue: Bürgerversicherung “erzeugt nur Verlierer”

20.12.2017 – uwe_laue_pkvIn der Debatte um die Bürgerversicherung meldet sich nun auch PKV-Präsident Uwe Laue zu Wort. “Es ist eine Phantomdebatte mit vielen Klischees. Sie wird durch die Fakten widerlegt”, konstatiert der Verbandschef gegenüber dem Handelsblatt. Zudem schaffe die Bürgerversicherung “Probleme, die es bisher nicht gibt”, betont der Vorstandsvorsitzende der Debeka.

Vor allem den Vorwurf der Zweiklassenmedizin will Laue im Interview mit der Wirtschaftszeitung nicht gelten lassen. “Lassen Sie mich noch etwas Grundsätzliches zum Thema zwei Klassen sagen: Auch das Klischee vom besser verdienenden PKV-Versicherten kann ich nicht mehr hören. Angestellte mit Einkünften über der gesetzlichen Pflichtversicherungsgrenze von 4800 Euro sind insgesamt nur elf Prozent der PKV-Versicherten – und rund 20 Prozent sind Kinder, die in der GKV gar keine Beiträge zahlen würden, aber zusätzliche Kosten mitbrächten”, betont der PKV-Verbandschef.

Zudem gehe es im deutschen Gesundheitswesen “gerecht zu”, konstatiert Laue: “Völlig unabhängig von ihrem Einkommen haben alle Bürger freie Arztwahl und profitieren vom medizinischen Fortschritt. Wir werden in der Welt um unser System beneidet, und die Deutschen sind damit heute so zufrieden wie seit Jahrzehnten nicht.” Das “einzig Gute” an der Bürgerversicherung sei lediglich “der nett klingende Name – doch dahinter verbergen sich schlimme Folgen für die medizinische Versorgung und für den Arbeitsmarkt. Sie würde nur Verlierer erzeugen.”

Gleichzeitig sieht er auch in den Prämienerhöhungen der letzten Jahre “eine Ursache, die gesetzlich lösbar wäre. Bislang muss die PKV immer warten, bis der Kostenanstieg starre Schwellenwerte übersteigt, bevor sie die Beiträge anpassen darf. So kann auf mehrere Jahre Stabilität ein abrupter Anstieg folgen – während die GKV in aller Stille jedes Jahr automatisch steigende Beiträge abbucht”, betont der Vorstandschef der Debeka.

Mit Blick auf die Debatte um eine einheitliche Gebührenordnung für Ärzte springt Laue der Ärzteschaft zur Seite: “Die Vorschläge für eine einheitliche Gebührenordnung sind der Versuch, die Bürgerversicherung durch die Hintertür einzuführen”, zitiert er Ärzekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery. So würde jede “Arztpraxis in Deutschland im Schnitt über 50.000 Euro pro Jahr verlieren, wenn die höheren Honorare der Privatversicherten wegfielen. Viele Praxen müssten schließen – mit üblen Folgen für alle Patienten. Auch anderen Gruppen wie zum Beispiel Hebammen und Physiotherapeuten würden beträchtliche Einbußen drohen”, so der Debeka-Chef. (vwh/td)

Bild: Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender der Debeka und PKV-Verbandspräsident (Quelle: PKV)

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