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Lang: “Insurtechs sind keine Bedrohung für Vermittler”

19.06.2017 – Oliver Lang BCA - Quelle BCADie Gewerbeversicherungssparte stößt nach Ansicht des Maklerpools BCA AG auf Interesse bei Maklern. Dennoch lehne es das Gros der freien Vermittler ab, Gewerbeversicherungen ins Beratungsangebot mit aufzunehmen. VWheute sprach mit BCA-Vorstand Oliver Lang und dem Gewerbespezialisten Thorsten Maier über die Gründe.

Hintergrund für die Ablehnung der Vermittler sei vielfach die dynamische Komplexität im Rahmen der Vermittlung gewerblicher Versicherungen. Um diese Ressentiments abzubauen, unterstützt der Oberurseler Maklerpool BCA seine Makler mit einer neuen Rundum-Servicedienstleistung aus Gewerberechner, Gewerbematrix und BCA Kompetenzcenter. VWheute hat nachgefragt.


VWheute
: Warum startet die BCA eine Makler-Offensive in der Gewerbe-Sparte?

Thorsten Maier: Immer mehr Makler erkennen die lukrativen Vertriebspotenziale speziell im Gewerbeversicherungsbereich. Dennoch scheuen sie sich bislang mitunter beharrlich, ihn ins eigene Beratungsportfolio aufzunehmen, da dieses Segment im Regelfall mit einer vergleichsweise komplexen und aufwendigen Risikoanalyse einhergeht. Im Rahmen unserer jüngsten Gewerbe-Offensive schaffen wir exakt an dieser Stelle Abhilfe, indem wir für unsere Maklerpartner ein exzellentes Rundum-Servicepaket – bestehend aus effizientem Gewerberechner, prozessoptimierender Gewerbematrix sowie dem direkten Draht zum fachkundigen Gewerbe-Expertenteam unseres hauseigenen Kompetenzzentrums – geschnürt haben. Speziell das KMU-Gewerbegeschäft wird so für unsere Partner in Zukunft leichter händelbar, damit insgesamt schneller, bequemer und demzufolge unterm Strich auch einträglicher.


VWheute
: Wie bekommen Sie es hin, die unterschiedlichen Risikoprofile der Firmenkunden abbilden zu können?

Thorsten Maier: Indem etwa innerhalb des digitalen Gewerberechners24 neben einfachem, intuitiven Handling alle relevanten Prozesse zielgruppengerecht aufgebaut und gesteuert werden können. So ist im Rahmen der Risikoprofilanalyse stets sichergestellt, dass ausgehend von der jeweilig gewählten Betriebsart, maklerseitig jede noch so spezifische Risikovoranfrage exakt berücksichtigt, aufwandsminimiert aufgenommen und im Anschluss prozessoptimiert analysiert werden kann.


VWheute
: Was verstehen Sie unter digitaler Dienstleistung im Gewerbebereich?

Oliver Lang: Unser Anspruch ist es, dass sich innerhalb des gesamten Beratungs-, Verwaltungs- und Abwicklungsprozesses einmal erstellte Daten – etwa zur Risikoprofil-Erstellung, Angebotsberechnung bis hin zum Abschluss und Policierungsrücklauf – effektiv wie medienbruchfrei miteinander verbinden und soweit es nur geht automatisiert verarbeiten lassen.


VWheute
: Dient die Gewerbeversicherung als Ersatz für wegfallendes Lebensversicherungsgeschäft, beziehungsweise wie sieht die Entwicklung in dieser Sparte aus?

Thorsten Maier: Insbesondere die Auswirkungen des LVRG haben maklerseitig bewirkt, dass seitdem dem Thema Komposit insgesamt mehr Beachtung geschenkt wird, dabei im Speziellen dem Gewerbeversicherungssegment. Immerhin bietet vor allem diese Sparte unbestreitbare Potenziale, wenn man alleine an die zukunftsträchtigen Trends Cyber- oder Drohnenversicherungen denkt. Insofern gehen wir auch weiterhin von kontinuierlich steigenden Umsätzen im Firmenkundengeschäft aus. Dessen ungeachtet bleibt der Lebensversicherungsbereich trotz fortgesetzt schwierigen Marktumfeldes ein wichtiger Eckpfeiler in den unterschiedlichen Geschäftsmodellen vieler Makler. Dies beweist sich auch dadurch, dass wir im letzten Geschäftsjahr trotz allgemein widriger Umstände im LV-Segment einen Umsatzanstieg gegenüber 2015 verzeichnen konnten.


VWheute
: Fürchten Sie als Pool Insurtechs?

Oliver Lang: Im Gegenteil: Insurtechs stellen unseres Erachtens keine ernsthafte Bedrohung für den Vermittler, beziehungsweise die persönliche Beratung dar, sondern bereichern diese im Idealfall sogar. Vereinzelte innovative Insurtech-Ideen zeigen sich ja durchaus in der Lage, für schnellere Prozesse und damit schlussendlich auch bei Maklern für Zeitersparnis wie größere Effektivität zu sorgen. Demnach gilt es, hilfreiche Erkenntnisse aus dieser Ecke aufzunehmen, um sie im Anschluss an geeigneter Stelle zu integrieren sowie in die jeweils eigenen Prozesse geschickt einfließen zu lassen. Insurtech-Lösungen als auch persönliche Maklerbetreuung werden demzufolge künftig beide gleichberechtigt neben- und miteinander und weniger gegeneinander ihre Daseinsberechtigung haben.


VWheute
: Wie sieht die Geschäftsentwicklung der BCA in den ersten Monaten 2017 aus, und wo liegen Ihre Schwerpunkte beim Umsatz?

Oliver Lang: Als Vollsortimenter – bestehend aus den Geschäftsbereichen Investment, Versicherungen und Haftungsdach – sind wir beim BCA Konzern mit dem bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2017 zufrieden. Innerhalb des Versicherungsbereiches blicken wir auf eine insgesamt solide Geschäftsentwicklung. Insbesondere für das Komposit- wie Gewerbeversicherungsgeschäft stellen wir in den ersten Monaten des Jahres zudem erfreuliche Zuwächse fest. Aber auch investmentseitig verzeichnen wir an dieser Stelle – etwa im Rahmen unserer erfolgreichen vermögensverwaltenden Private Investing-Strategie – einen starken Jahresstart.


VWheute
: Wie bewerten Sie den Kauf von softfair durch Ihren Konkurrenten Fondsfinanz. Arbeiten Sie dennoch mit dem IT-Dienstleister weiter zusammen?

Oliver Lang: Laut offizieller Pressemeldung möchte softfair als eigenständiges Unternehmen mit allen bestehenden Kunden weiter erfolgreich zusammenarbeiten. In diesem Sinne befindet sich BCA mit softfair in einem laufenden Vertragsverhältnis und bieten demzufolge unter anderem auch Tarifvergleiche dieses Dienstleisters an. (vwh)

Das Gespräch führte VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Bild: Oliver Lang (Quelle: BCA)

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