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Khadjavi: “Die USA brauchen auch Mexiko”

13.01.2017 – Sombrerostand in Mexiko_Juergen Jotzo_pixelio.deDie HDI befürchtet angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels in den USA keine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und Assekuranz in Mexiko. “Ich denke: Mexiko braucht die USA, aber die USA brauchen auch Mexiko”, betont Camillo Khadjavi, Vorstand der Talanx International AG, gegenüber VWheute.

VWheute: Welche Priorität hat die Region Lateinamerika im Rahmen der internationalen Expansion des HDI?

Camillo Khadjavi: Lateinamerika ist neben Zentral- und Osteuropa Kernregion für das internationale Privat- und Firmenkundengeschäft der Talanx. Auch von unserem Industrieversicherer HDI Global SE wird Lateinamerika im Rahmen der internationalen Wachstumsstrategie eine hohe Priorität beigemessen. Lateinamerika ist neben Asia-Pacific und der MENA-Region eine von drei Zielregionen innerhalb der HDI Global SE. Den Bereich Lateinamerika verantworten meine Kollegen Jens Wohlthat und Edgar Puls für die HDI Global SE.

VWheute: In welchen Ländern ist der HDI in Lateinamerika derzeit vertreten und welche Marktmacht kommt ihm in diesen Märkten zu?

Camillo Khadjavi: Wir agieren in Brasilien, Chile und Mexiko. Kleinere Unternehmen in Argentinien, Uruguay und Peru runden unser Privat- und Firmenkundenengagement in Lateinamerika ab. Die HDI Global SE ist mit eigenen Tochtergesellschaften in Brasilien und Mexiko vertreten und über den Latamerika-Hub – ihre Niederlassung in Madrid – unter anderem in Peru sowie in Kolumbien, Bolivien, Panama, Costa Rica, Uruguay und Honduras aktiv. In Chile sind wir auf Platz vier der Sachversicherer. In Brasilien sind wir der fünftgrößte Kfz-Versicherer mit 1,7 Millionen versicherten Autos. Die HDI Seguros S.A. in São Paulo gehört bereits zu den zehn größten Industrieversicherern in Brasilien. In Mexiko haben wir noch Aufholpotential.

VWheute: Der HDI ist auch in Mexiko aktiv. Befürchten Sie negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Assekuranz durch den Regierungswechsel in den USA?

Camillo Khadjavi: Nein, das befürchten wir nicht. Aber wir beobachten die Situation natürlich genau. Ich denke: Mexiko braucht die USA, aber die USA brauchen auch Mexiko. Die seit dem NAFTA-Abkommen liberalisierten und sehr engen Handelsverflechtungen zwischen beiden Ländern werden sich nach unserer Einschätzung nicht nachhaltig abkühlen.

VWheute: Wie ist die grundsätzliche Stimmung für die Geschäftsentwicklung in 2017?

Camillo Khadjavi: Grundsätzlich sind wir positiv gestimmt, insbesondere für Chile und Mexiko. In Brasilien hoffen wir auf einen fester werdenden Real, so dass sich ein Trend abschwächen wird, gegen den wir derzeit kämpfen: Weil importierte Ersatzteile durch die schwache Währung so teuer geworden sind, werden Autos vermehrt gestohlen oder aufgebrochen, um deren Ersatzteile am Schwarzmarkt zu verkaufen. Dies treibt unsere Kosten in die Höhe. In Argentinien sollte sich eine absehbare Stabilisierung der politischen Verhältnisse positiv auf die Entwicklungsmöglichkeiten im dortigen Industrieversicherungsbereich auswirken. (vwh)

Bild: Sombrerostand in Mexiko (Quelle: Juergen Jotzo / pixelio.de)

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