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“Keine gleichartige Basis zur IDD-Umsetzung”

28.11.2017 – Michael Schilke_DeloitteKommt IDD erst viel später? Laut Pressemeldungen plant die EU-Kommission einen solchen Schritt, da sowohl das EU-Parlaments wie auch die Mitgliedstaaten eine Verschiebung vom 23. Februar auf den 1. Oktober 2018 möchten. VWheute hat mit Michael Schilke von Deloitte gesprochen und gefragt, was Versicherer jetzt tun müssen.

VWheute: Was bedeutet die geplante Verschiebung für Versicherer?

Michael Schilke: EU-Staaten müssen weiterhin die Richtlinie bis zum 23. Februar in nationales Recht umsetzen. Ein Umsetzungsaufschub gäbe rückständigen Versicherern EU-weit sechs Monate mehr Zeit IDD-Anforderungen vollumfänglich umzusetzen und bereits gut positionierten Versicherern die Möglichkeit durch “Gold Plating” Ihren IDD-Vorteil im Sinne der Kundenorientierung weiter auszubauen.

VWheute: Welche IDD-Anforderungen sind bei Versicherern besonders aufwendig umzusetzen?

Michael Schilke: Aufgrund unterschiedlich ausgestalteter nationaler Gesetze existiert keine gleichartige Basis zur IDD-Umsetzung. Entsprechend ist der IDD-Umsetzungsaufwand in den EU-Ländern unterschiedlich. In Deutschland sind die Versicherer aufgrund ähnlich ausgerichteter Vorarbeiten (z. B. IMD Anforderungen oder GDV-Kodex) im EU-weiten Vergleich gut aufgestellt. Über alle EU-Länder hinweg sehen wir bei Angebots-/Vertrags- sowie Beratungsprozessen hohe IDD-Umsetzungs- und Schulungsaufwände.

VWheute: Welche weiteren regulatorischen Anforderungen sollten Versicherer im Rahmen Ihrer IDD-Aktivitäten gleich mit umsetzen?

Michael Schilke: Europaweit zielt die neue Vermittlerrichtlinie in erster Linie auf die Wahrung der Interessen des Konsumenten. Entsprechend kommen diverse, gleichartig gerichtete Themen im Rahmen einer IDD-Umsetzung zu Sprache. In der Praxis empfehlen wir unseren Kunden bei Investment Based Insurance Products (IBIPS) sowohl MIFID II als auch PRIPPs Anforderungen aus Effizienzgründen in die IDD-Umsetzungen einzubeziehen.

VWheute: Welche Beratungsleistungen sind derzeit besonders gefragt?

Michael Schilke: Abhängig von den unternehmensspezifischen Ergebnissen unseres “Quick-Scans” aller IDD-Handlungsfelder wird an der nationalen Interpretation der Gesetzestexte, fachlichen Ausgestaltung oder organisatorischen Umsetzung der IDD Anforderungen gearbeitet. Unser Haus unterstützt nationale Projektplanungen und hält den Fortschritt der Umsetzungsmaßnahmen EU-weit nach.

Zudem schulen wir betroffene Mitarbeiter im Außen- und Innendienst und unterstützen IDD-Umsetzungsvorhaben über den gesamten Projektlebenszyklus. Kurz gesagt, Deloitte kann in jedem EU-Land rechtliche Beratung als auch prozessuale und IT-Umsetzungsthemen aus einer Hand anbieten.

Die Fragen stellte die VWheute-Redaktion.

Bild: Michael Schilke, Director bei Deloitte, Leiter des deutschen IDD Arbeitskreises. (Quelle: Deloitte)

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