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Keine Angst vor den Großen

19.04.2017 – Andreas-Schmid-SchadenengelDer Mensch schätzt Bequemlichkeit. Falls einmal etwas im Haushalt passiert, soll das Malheur ohne viel Aufwand beseitigt werden. Das Unternehmen Schadenengel hat die Zeichen der Zeit erkannt und daraus ein Geschäftsmodell entwickelt, dass Versicherern Konkurrenz macht und gleichzeitig auf Kooperation setzt. Wie das geht, erklärt Andreas Schmid, Geschäftsführer und CEO des Kölner Unternehmens im Interview mit VWheute.

VWheute: Erklären Sie unseren Lesern bitte in kurzen Worten die Entstehung von Schadenengel, die geschäftliche Ausrichtung und wie sich das Geschäft entwickelt- gerade bei Umsatz und Kunden?

Schmid: Schadenengel ist kurioser Weise aus einem Erlebnis beider Gründer heraus entstanden. Mein heutiger Geschäftspartner informierte mich an einem Sonntagmorgen 2013, dass dieser von einem Rohrbruch betroffen ist. Mit großem Schrecken mussten wir feststellen, dass die zuständige Versicherung nicht in der Lage war, schnelle und adäquate Hilfe zu organisieren, beziehungsweise sich erst auf den darauffolgenden Werktagen melden würde. Auch die Suche nach einem lokalen Handwerker verlief ernüchternd. Es blieb keine andere Wahl, als den Haupthahn zu schließen und bis zum nächsten Werktag zu warten. Leider war bis dahin Einiges in Mitleidenschaft gezogen worden. Hier hätte durch schnelles Handeln die Schadensumme signifikant gering gehalten werden können, Stichwort Schadenminderung. Genau an diesem Punkt setzt Schadenengel an. Mit aktuell 20 Mitarbeitern und über 1200 bundesweiten Partnerfirmen managen wir über 1000 Schadensmeldungen pro Monat, viele davon außerhalb der Regelarbeitszeit. Das Kerngeschäft ist dabei das Schadenmanagement von Wasserschäden im Kleinschadensegment.

VWheute: Sehen sie ihr Angebot als Ergänzung oder als Substitut zu Versicherungen wie Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung?

Schmid: Unser Angebot ist ganz klar als Ergänzung anzusehen. Der Fokus liegt dabei auf unserem unabhängigen Komplettservice bei Wasserschäden, welche wir mit unseren lokalen Partnerfirmen vom Notdienst bis zum letzten Pinselstrich gewährleisten und mit der zuständigen Versicherung abwickeln. Jedoch haben unsere Kunden uns aufgezeigt, dass es noch eine Lücke bei den Assistance-Schäden gibt. So zum Beispiel bei Leitungsverstopfung, wo die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung oft nicht greift. Diese Lücke schließen wir mit unserem Wasserschaden Schutzbrief und das auch rückwirkend.

VWheute: Wie funktioniert die Abwicklung mit den Versicherungen, wo liegen die Probleme und was funktioniert gut?

Schmid: Naja, ich sehe Schadenengel als versicherungsunabhängiger Schadensdienstleister, der für den Kunden einsteht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir auch Forderungen gegenüber der Versicherung durchsetzen müssen. Damit stoßen wir logischerweise bei den Versicherern nicht immer auf Gegenliebe. Alles in Allem ist so etwas aber die Ausnahme und mit einigen Versicherungen laufen bereits interessante Gespräche. Es ist erstaunlich, wie man mit ein bisschen Kommunikation allen Beteiligten den Workflow erleichtern kann. Denn dies kommt schlussendlich dem Kunden wieder zu Gute.

VWheute: Sehen Sie sich selbst noch als Start-up – wenn ja, wie definieren sie diesen Status?

Schmid: Laut Wikipedia ist ein Startup ein Unternehmen, das vor allem durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet wird: Es hat eine innovative Geschäftsidee beziehungsweise Problemlösung – und die Unternehmensgründung erfolgt mit dem Ziel, stark zu wachsen und einen hohen Wert zu erreichen. Ich denke, dass trifft auf Schadenengel ganz gut zu. Gerade der Prozess des Schadenmanagements bei Gebäudeschäden ist auf bundesweite Ebene nicht über Nacht zu entwickeln und braucht einfach seine Zeit. Wir entwickeln uns ständig weiter, um den Kundennutzen so hoch wie möglich zu definieren.

VWheute: Die Allianz und auch Wertgarantie bieten ähnliche Angebote wie Schadenengel. Was überwiegt, der Stolz des Trendsetters oder die Angst vor der Marktmacht der Großen?

Schmid: Natürlich sind wir alle sehr stolz, was wir in drei Jahren geschaffen haben. Gerade der eigene Schutzbrief, mit dem wir eine Versicherungslücke für unsere Kunden schließen, ist ein toller Erfolg. Aber auf unseren Lorbeeren haben wir uns noch nie ausgeruht. Die nächsten Produkte sind in Planung. Um Ihre Frage zu beantworten: Nein, wir haben keine Angst. Wir kennen unsere Stärken, die in unserem starken Netzwerk und der besonderen Schnelligkeit liegt. Und in Zeiten von Fintechs, Insurtechs und Digitalisierung muss doch immer noch ein Service-Partner vor Ort den Gebäudeschaden reparieren und sanieren. Weiterhin steht bei uns der Kunde im absoluten Fokus. Die Wertgarantie als Versicherungsspezialisten für Consumer Electronics und häusliche Infrastruktur sehe ich daher ganz und gar nicht als Mitbewerber. Ganz im Gegenteil. Wir bieten mit der Dienstleistung des gesamten Schadenmanagements eher eine sinnvolle Ergänzung. Deshalb konnten wir auch die Wertgarantie Group als Partner gewinnen.

VWheute: Was sind die Pläne- wohin soll der Weg des Schadenengels führen?

Schmid: Aktuell sind wir mit unseren Tools und der Skalierbarkeit so ausgestattet, dass wir weiter expandieren können. Es wird langfristig weitere Schutzbriefe und Produkte geben, die die Versicherungslücken unserer Kunden schließen sollen. In Bezug auf eine Internationalisierung haben wir auch Schadenengel Europa auf der Agenda. (vwh)

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz

Bild: Andreas Schmid (Quelle: Schadenengel)

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