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“Insurtechs haben es schwer, sich mit Versicherern zu vernetzen”

10.05.2017 – Digital_Fotolia_92690281Heute beginnt die Digital Insurance Agenda (DIA) – die globale Leitkonferenz für Innovation und Digitalisierung in der Versicherungsbranche. In Amsterdam treffen Insurtech-Gründer auf  Entscheider aus alteingesessenen Versicherungsunternehmen. VWheute sprach mit DIA-Gründern Reggy de Feniks und Roger Peverelli über Blockchain und andere Innovationen, die die Branche bewegt.

VWheute: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Digital Insurance Agenda zu veranstalten?

Roger Peverelli: Nachdem wir unser letztes Buch “Wie sich die Finanzbranche neu erfindet” veröffentlicht haben, wurden wir in viele Vorstandsetagen von Versicherern eingeladen. Und auch in unserer Arbeit als Berater für diverse große und kleinere Versicherer haben wir gemerkt, dass mittlerweile jeder verstanden hat, wie notwendig Innovation ist. Gleichzeitig schafft die neueste Technologie die Voraussetzung dafür, Kosten zu senken und dem Kunden näher zu kommen.

Reggy de Feniks: Als Einzelversicherer ist es fast unmöglich, die komplette Insurtech-Szene genau zu beobachten. Und umgekehrt finden es die Insurtechs sehr schwer, sich mit den Versicherern zu vernetzen, da der Markt stark fragmentiert ist und es unzählbare, oft lokale Akteure gibt. Als wir das realisiert hatten, haben wir beschlossen, die Digital Insurance Agenda zu veranstalten.

VWheute: Welche Ziele setzen Sie sich mit der DIA?

Peverelli: Letztlich ist es das Ziel, Innovation in der Versicherungsbranche zu beschleunigen. Wir tun das, indem wir Führungskräfte von Versicherungen mit von uns ausgewählten Insurtechs zusammenbringen. Viele Versicherungsunternehmen sind mit digitaler Transformation beschäftigt, um Prozesse zu digitalisieren, im operativen Geschäft effizienter zu werden und Kosten zu senken. Durch die Verbindung der Versicherer mit den besten Insurtechs werden die Unternehmen in die Lage gebracht, im Tempo mit den steigenden Kundenanforderungen und den digitalen technologischen Möglichkeiten zu bleiben. Dies führt zu einer besseren Leistung, sowohl für den Kunden als auch für die Versicherungsgesellschaft.

VWheute: Wie werden die Insurtechs ausgewählt, die sich in Amsterdam präsentieren?

De Feniks: Wir haben eine recht vollständige Übersicht über alle Versicherungsunternehmen in der Welt. Momentan listen wir rund 1.000 in unserer Datenbank, aber die Zahl wächst jeden Tag. Insurtechs, die bei der DIA auftreten wollen, müssen sich bewerben und einen Auswahlprozess durchlaufen. Dabei schauen wir, ob ihre Lösungen wirklich innovativ und vor allem dazu geeignet sind, von Versicherungsunternehmen implementiert zu werden. Aber das wichtigste Kriterium ist, dass die Lösungen gegen die Herausforderungen wappnen sollen, denen Versicherungsunternehmen heute und morgen gegenüberstehen. Was sind die Einflüsse auf die Kosten, auf die Kundenzufriedenheit, auf die Maklerzufriedenheit?

VWheute: Wie sieht das Programm der DIA aus?

Peverelli: Die DIA ist eine zweitägige Veranstaltung. Über 50 der von uns ausgewählten Insurtechs werden ihre Lösungen in zehnminütigen “Show & Tell”-Demos auf der Bühne präsentieren. Dabei gibt es keine Powerpoint-Slides, sondern echte Demos, damit jeder im Raum sehen kann, wie die Lösungen wirklich funktionieren und wie sie bei ihren eigenen geschäftlichen Herausforderungen helfen könnten. Wir freuen uns auf eine großartige Mischung aus Startups, ausgereiften Lösungen von innovativen Akteuren sowie den neuesten Informationen von namhaften Tech-Anbietern. Darüber hinaus teilen Branchenführer in fünf Keynotes und Podiumsdiskussionen ihr Wissen und geben Handlungsempfehlungen, wie die Zusammenarbeit mit Insurtechs erfolgreich wird. Auf der Bühne stehen werden unter anderem Amélie Oudea Castera, Chief Marketing & Digital Officer der Axa Group und Mark Klein, Chief Digital Officer von Ergo Digital Ventures.

VWheute: Welche Trends und Innovationen prägen den Markt in diesem Jahr?

De Feniks: Derzeit können wir beobachten, dass künstliche Intelligenz und Machine Learning sich stark weiterentwickeln. Blockchain zeigt einige spannende Anwendungsfälle. Und das gleiche gilt für Connected Devices, Telematik und all den Mehrwert, den man aus Daten ziehen kann – nicht nur für das komplexere Versicherungsgeschäft, sondern auch für alle möglichen neuen Services. Darüber hinaus bemerken wir viel mehr Aufmerksamkeit für die Herausforderung, Makler und Agenten zu befähigen und zu stärken. Immer mehr Versicherungsunternehmen erkennen, dass die digitale Transformation auch eine Gefahr in sich birgt und sie sich dadurch noch weiter von den Kunden entfernen könnten. Wir sehen aktuell viele Chatbot- und Robo-Beratungslösungen, die Makler, Vertreter und andere dabei unterstützen, um bessere Gesprächen, eine verbesserte Zufriedenheit bei den Kunden und höhere Conversion-Rates zu erlangen.

VWheute: Warum lohnt sich die Teilnahme an dem Event?

Peverelli: Im vergangenen Jahr in Barcelona zählten wir 550 Besucher aus 36 verschiedenen Ländern, die die DIA zur größten Veranstaltung und “Must see” im Bereich Insurtech und Versicherung weltweit gemacht haben. Die vertretenen Firmen variieren von den bekannten großen Namen bis hin zu kleineren Herausforderern und decken die ganze Bandbreite von Maklern, Versicherungen bis hin zu Rückversicherern ab. Die Jobtitel der Führungskräfte reichen von Innovations- und Forderungsmanagern über Leiter der Datenanalytik, Marketing Directors, IT-Führungskräfte, Digital Transformation Officers, Head of Change Management bis hin zu Chief Operating Officers und CEOs. Die DIA bietet eine großartige Gelegenheit, Fachkollegen aus der ganzen Welt zu treffen und Ideen zu teilen.

Bildquelle: Fotolia

 

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