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Ingo Kailuweit will Auflösung der PKV

13.02.2017 – Kailuweit_KKHDie Diskussion um die private Krankenversicherung will kein Ende nehmen. In einem Interview gießt der scheidende Chef der Kaufmännischen Krankenkasse, Ingo Kailuweit, weiter Öl ins Feuer. Wird es am Ende ein böses Ende für die PKV geben, es bleibt spannend im Wahljahr.

Die gesetzlichen Kassen zählen nicht zu den größten Befürwortern des Zwei-Klassen-Modells, das ist bekannt. Besonders klare Worte fand Ingo Kailuweit in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. Angesprochen auf die Bürgerversicherung sagte er: “Beim bisherigen Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung kann es nicht bleiben. Es wäre fatal, die Probleme weiter zu tabuisieren und nach keiner Lösung zu suchen.”

Weiter begrüßte er die Absichten der SPD, eine weniger “radikale Form” der Bürgerversicherung zu präferieren. Kailuweit warnte, dass eine Öffnung der Privatkassen das solidarische System überfordern würde, weil dann erst mal die kämen, für die das Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung in der PKV nicht mehr stimme. Diese Neuversicherten hätten erhöhte Ausgaben bei den gesetzlichen Kassen zur Folge, die nicht durch Beiträge gedeckt wären. Weiter wäre die Auflösung der Altersrückstellungen ein schwieriges Problem.

Auf eine Lösung in der Krankenversicherung angesprochen sagte Kailuweit: “Am Ende sollte es darauf hinauslaufen, dass alle gesetzlich abgesichert sind und auf Wunsch bei den Privaten weiter Leistungen wie Chefarztbehandlungen oder Einzelzimmer-Belegung dazukaufen können.” Eine Umsetzung könne aber nur stufenweise erfolgen.

Zuletzt hatte Hans Olav Herøy, Vorstandsmitglied für die Personenversicherungen bei der Huk-Coburg, das momentane System in der Krankenversicherung befürwortet – VWheute berichtete.

Zu einem anderen Thema bezog Kailuweit ebenfalls klar Stellung: Hartz-IV-Empfänger. Es können nicht so bleiben, dass der Staat für diese Personengruppe nur die Hälfte der Ausgaben erstatte und die Gemeinschaft die übrigen Kosten trage. Der Staat müsse für Langzeitarbeitslose schnellstmöglich “adäquate Beiträge” bezahlen.

Bild: Ingo Kailuweit (Quelle: KKH)

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