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Holt Greco Arbeitsplätze nach Deutschland zurück?

28.11.2017 – Mario Greco - Zurich“Gesellschaftlich betrachtet ist Auslagern komplett falsch”, sagt Vorstandschef Mario Greco, Vorstandschef der Zurich. Man füge der Gesellschaft Schaden zu und gewinne dabei nichts. Nun will der Manager Arbeitsplätze zurückholen. Die Qualität der Dienstleistungen von Drittanbietern würde nicht immer den Erwartungen entsprechen.

Sehr klar äußert sich der oberste Mann der Zurich in einem Interview zum Thema Auslagerung: “Ich bin der festen Überzeugung, dass das Auslagern von Arbeitsplätzen überhaupt nichts bringt, wenn es nur darum geht, Lohnunterschiede zwischen Ländern auszunützen.” Wann hat einen Manager so etwas je sagen hören? Gegenüber “Blick” betont er auch die Verantwortung eines Versicherers: “Gesellschaftlich betrachtet ist Auslagern komplett falsch: So fügen Sie der Gesellschaft nur Schaden zu und gewinnen dabei nichts!”

Die zuvor ausgelagerten Jobs sollen im Bereich Informatik aber auch in der Verwaltung liegen. Freuen können sich über die Rückholung nicht nur die Schweizer, sondern auch die Ländergesellschaften, “denen sie einst weggenommen worden sind”. Da es um ins Ausland ausgelagerte Jobs geht, werden die Mitarbeiter der Baden-Badener davon wohl nicht profitieren. Die Zurich hatte eine Präsenz in St. Ingbert aufgelöst, den Mitarbeitern aber Jobs im Inland angeboten.

Als Gründe für die Rückholaktion nannte Greco, das die Auslagerungen keinen Mehrwert schaffe und die Qualität der Dienstleistungen von Drittanbietern “nicht immer den Erwartungen” entsprochen hätte. Zu der Zahl der Arbeitsplätze äußerte er sich nicht. Auf Nachfrage von VWheute äußerte sich die Zurich Deutschland zum Thema. Bernd O. Engelien, Leiter Unternehmenskommunikation, sagt: “Herr Greco hat wichtige unternehmerische und gesellschaftliche Themen angesprochen, mit denen wir auch uns in Deutschland beschäftigen. Konkrete Zahlen dazu können wir heute noch nicht bekanntgeben.”

Die gute alte Digitalisierung

Ja, auch in diesem Interview wurde über Digitalisierung gesprochen – wie könnte es auch anders sein. Nach Meinung Grecos sind die Veränderungen in der Branche “gigantisch”. Jahrzehntelange habe sich das Geschäftsmodell “nicht groß verändert”, aber nun sehe man “innerhalb kürzester Zeit einen radikalen Wandel”. Die durch Digitalität größer werdende Transparenz hätte zur Folge, dass heute “Dienstleistungen verkauft” würden. Das helfe nicht nur den Kunden, sondern auch den Versicherern, denn das Verkaufen von Dienstleistungen sei “viel befriedigender” und “mache Spaß”.

Immer wieder Cyberversicherung

Auch das zweite Lieblingsthema der Branche darf nicht fehlen: Cyberversicherung. Greco sieht die Versicherer in einer schwierigen Lage, denn die Angriffe würden zunehmen und es könnte passieren, dass “Versicherungen diese Risiken nicht mehr decken können”, da es zu teuer wäre. (vwh/mv)

Link: Das vollständige Interview mit Mario Greco.

Bild: Mario Greco (Quelle: Zurich)

Anmerkung der Redaktion
: Der Artikel wurde am 28.11.2017 um das Zitat von Herr Engelien ergänzt.

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