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Haas: “Neue Regierung muss mit Augenmaß regulieren”

22.12.2017 – HaasEs ist das Ende einer Ära. Nach zwölf Jahren als Vorstandsvorsitzender der Talanx AG wechselt der 63-jährige Herbert K. Haas im Mai nächsten Jahres in den Aufsichtsrat. Sein Rat ist nach wie vor gefragt. Für VWheute wagt er zum letzten Mal eine Jahresprognose als CEO und stellt vor allem Forderungen an die neue Regierung. “Die Problemfelder Rente, Zuwanderung und Bildung muss die Politik entschieden angehen.”

Mit Harvey, Irma und Maria haben im vergangenen Jahr drei große Wirbelstürme die Versicherungsbranche getroffen. “Dank der Diversifizierungsstrategie kann die Talanx Ereignisse wie diese gut verkraften. Wir erwarten allerdings auch, dass auf diese hohen und überdurchschnittlichen Schadenbelastungen angemessene Preiskorrekturen folgen”, erklärt Herbert K. Haas.

Doch nicht nur Unwetter treiben ihn um. “Im kommenden Jahr werden uns Themen wie Niedrigzins, Digitalisierung oder die junge Konkurrenz aus der Startup-Szene weiter herausfordern. Wir müssen schneller werden und neue Trends frühzeitig identifizieren, damit das Produkt Versicherung für Kunden auch in Zukunft attraktiv bleibt. Mithilfe von Automatisierung, der Digitalisierung unseres Geschäfts und agilem Arbeiten im Innern der Organisation tun wir das schon heute und werden es künftig noch stärker tun.”

Auch das internationale Wachstum steht 2018 auf der Agenda vieler Versicherer. Haas: “Im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden wird die Nachfrage nach Versicherungsschutz in unseren Zielregionen Osteuropa und Lateinamerika weiter steigen. Zudem begleiten wir nicht nur die deutsche Industrie bei ihrer Expansion ins Ausland, sondern werden uns auch Kunden erschließen, die im Ausland beheimatet sind. Für das Geschäft mit deutschen Privat- und Firmenkunden sind wir recht optimistisch, vor allem in der Schaden-/Unfallversicherung sehen wir Potenzial für uns.”

Das politische Umfeld wird 2018 ein anderes sein, da ist sich Haas sicher. “Von einer neuen Regierung wünschen wir uns eine Regulierung mit Augenmaß. Die aktuellen Überlegungen, Solvency II zu ändern, halten wir für übereilt – das System ist gerade mal zwei Jahre alt und soll sich erst einmal in dieser Form bewähren.” Ferner erwartet Hass von der neuen Regierung “ein besseres, nachhaltiges Demografiemanagement”.

Bild: Herbert Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. (Quelle: Talanx)

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