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“Geschäft bleibt ein Nasengeschäft”

02.03.2017 – alexander_nagler_aigAIG Deutschland sieht sich derzeit gut aufgestellt: “Wir haben Verbesserungspotential erkannt und beschlossen stärker zu fokussieren. Unser Geschäft basiert jetzt auf drei Kernbereichen”, betont Alexander Nagler, Hauptbevollmächtigter von AIG Deutschland, im Exklusiv-Interview mit VWheute. Insgesamt strebe man “einen Marktanteil von drei bis fünf Prozent an”.

VWheute: Sie sind seit 2014 als Hauptbevollmächtigter von AIG Deutschland verantwortlich für die strategische Ausrichtung des Unternehmens in der DACH-Region. Wie würden Sie die Bilanz Ihrer bisherigen Amtszeit skizzieren und wo sehen Sie den Status Quo von AIG Deutschland im Februar 2017?

Alexander Nagler: Ich bin sehr positiv gestimmt. Wir sind in der DACH-Region seit 2014 jährlich zweistellig gewachsen. Das spricht in meinen Augen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mein Team und ich haben uns von Anfang an darauf konzentriert in den direkten und persönlichen Kontakt mit Kunden und Partnern zu treten und diese erhöhte Visibilität ist allgemein auf breite Anerkennung gestoßen.

Die DACH Region und vor allem Deutschland ist eine Top-Priorität für AIG in Europa. In der Vergangenheit war hier unsere Strategie, sich sehr breit aufzustellen und alle Bereiche gleich gut abzudecken. Wir haben Verbesserungspotential erkannt und beschlossen stärker zu fokussieren. Unser Geschäft basiert jetzt auf drei Kernbereichen.

Der erste Bereich ist unser Client Segment- das sind überwiegend Konzernkunden, die aufgrund ihres multinationalen Profils ein natürlicher Partner von AIG sind. Bei meinem Antritt 2014 hatten wir 305 potenzielle Konzernkunden in diesem Segment. Jetzt konzentrieren wir uns auf 100 davon – diese Auswahl an Kunden verfügt über einen firmeneigenen Vermittler bzw. eigenständige Risk-Managementabteilung.

Der zweite Schwerpunkt sind technische Makler die den Industriekundenbereich in Deutschland beraten. Wir streben mit diesen Häusern eine wirkliche Partnerschaft an, in der wir Lösungen erarbeiten, die für beide Seiten von Vorteil sind. Ich freue mich darüber, dass wir in 2016 beispielsweise mit den fünf größten Maklerhäusern Deutschlands unseren Bestand um 30 Prozent ausbauen konnten.

Unsere dritte Säule ist AIG.Digital. Wir wollen zum “Digital Leader” im Gewerbekundenbereich werden. Dafür digitalisieren wir unser Gewerbekundengeschäft noch in diesem Jahr vollständig und stellen alle analogen Produkte auf BIPRO-Standard um. Mit der Konsequenz, mit der wir das umsetzen, gehören wir sicher zu den Vorreitern in diesem Bereich.

VWheute: Sie sprechen vor allem von mehr externer Wahrnehmung. Was verstehen Sie darunter?

Alexander Nagler: Wir reden zwar sehr oft über Technologie, die unser Geschäft ohne Zweifel in den kommenden Jahren stark beeinflussen wird. Getrieben wird es jedoch immer noch von Menschen. In meinen Augen ist und bleibt unser Geschäft ein Nasengeschäft: Wir versichern für unsere Kunden weltweit komplexe Risiken, da geht es um Versprechen und Vertrauen. Das entsteht auf einer zwischenmenschlichen Ebene und diese Ebene ist für uns genauso wichtig wie für unsere Kunden.
Wir möchten als strategischer Partner wahrgenommen werden. Um dies zu erreichen sind mein Team und ich unermüdlich unterwegs, um dieses Vertrauen in AIG bei unseren Kunden weiter auszubauen.

VWheute: Sie haben nun den Status quo und die Zielsetzungen von AIG Deutschland skizziert. Wo sehen Sie derzeit die größten Baustellen bei der Umsetzung Ihrer Strategie?

Alexander Nagler: AIG.Digital ist sicher zurzeit unser größtes Projekt, das viel Aufmerksamkeit benötigt. Immerhin handelt es sich um nicht weniger als die Transformation eines analogen Geschäftsmodells in die digitale Welt. Mit dieser Ausrichtung entsprechen wir den wachsenden Erwartungen nach effizienten Lösungen.

Wir brechen bestehende Strukturen auf und das bereitet natürlich nicht nur Freude. Unser Ziel muss es sein Mitarbeiter sowie Vertriebspartner erfolgreich mit auf diese Reise zu nehmen – daran werden wir uns messen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Alexander Nagler (Quelle: AIG)

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