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Fusiongespräche: Verdi attackiert Provinzial

14.06.2018 – provinzial_gebaeudeDie Debatte um eine mögliche Fusion der Provinzial-Gesellschaften Rheinland und Nordwest ist deutlich schärfer geworden. So hat sich Verdi nun gegen einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen ausgesprochen. Sie wirft den Anteilseigner vor, Verhandlungen geführt zu haben, “die weder mit den Arbeitnehmervertretern noch mit der Gewerkschaft abgestimmt sind und auch so keine Zustimmung erfahren würden”.

“Wir sind sehr zornig und auch entsetzt, denn wir haben uns darauf verlassen, dass jeder Schritt in diesem Verfahren offen, transparent und abgestimmt mit der Arbeitnehmerseite erfolgt. Nun erfahren wir aus den Medien, dass es weitgehende Verabredungen, die den Sitz des Unternehmens, die Rechtsform und andere Dinge betreffen, geben soll, ohne uns zu beteiligen; das erinnert sehr an die Vorgänge 2012 – und dieser Weg ist mit uns nicht zu machen”, betonen Frank Fassin und Frank Schischefsky, Verdi-Fachbereichsleiter für den Finanzdienstleistungsbereich in NRW und im Landesbezirk Nord.

“Wir werden unseren Kurs jetzt neu bestimmen, und wenn Frau Prof. Buchholz als Aufsichtsratsvorsitzende und Vertreterin der Sparkassen meint, Verabredungen, die mit uns geschlossen wurden, nicht einzuhalten, werden wir Antworten darauf finden. Es ist zu befürchten, dass hier hinter dem Rücken und zu Lasten der Beschäftigten ein Deal gemacht werden soll. Das werden wir zu verhindern wissen”, betonen die Gewerkschaftsvertreter weiter.

Zudem fordern die Gewerkschaft sowie die betrieblichen Arbeitnehmervertreter “als Voraussetzung zu einer Fusion, dass die Rechtsform und der öffentliche Auftrag einer neuen Gesellschaft in geeigneter Form abgesichert wird und eine Fusion nicht als Rationalisierungsinstrument genutzt wird. Die heutigen Standorte müssen qualitativ wie auch quantitativ erhalten bleiben und ein Kündigungsschutz vereinbart werden. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sollen vollumfänglich weiter gelten”.

Die Provinzial-Gesellschaften betonten auf Anfrage von VWheute, dass “die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbstverständlich in diesem Prozess entsprechend informiert und mit eingebunden werden”. “Die Provinzial NordWest und die Provinzial Rheinland operieren in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten erfolgreich im Versicherungsmarkt. Innerhalb des Verbandes der öffentlichen Versicherer arbeiten die beiden Versicherer bereits seit langem gut und erfolgreich zusammen. Die Eigentümer beider Häuser haben in der Vergangenheit stets betont, dass sie offen sind für Überlegungen und Ideen, die zu einer weiteren Hebung von Synergien führen”, heißt es in einer Stellungnahme.

“Vor diesem Hintergrund und als Antwort auf die anhaltenden Niedrigzinsen sowie die Herausforderungen der Digitalisierung wird geprüft, wie weitere Potenziale zur Stärkung der Ertragskraft und der Wettbewerbsfähigkeit erschlossen werden können. Diese Gespräche und Prüfungen laufen intensiv und unverändert ergebnisoffen. Zu einem möglichen Zeitplan sowie zu Rechtsformen, Standort- und Bewertungsfragen im Zusammenhang mit einer möglichen Fusion sind noch keine Entscheidungen gefallen”, betonen die Provinzialgesellschaften weiter. (vwh/td)

Bildquelle: Provinzial

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